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Geschrieben von: Esther Tobler, Hanspeter Schweizer
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Mittwoch, den 10. März 2010 um 08:40 Uhr |
Reisebericht 33
San Jose, Costa Rica
hola amigos in aller welt!
schon ist es wieder höchste zeit euch mitzuteilen, was wir so treiben. die zeit vergeht - und das ergeht euch sicherlich auch so! offenbar werden unsere berichte gelesen, haben wir doch ein paar reklamationen gekriegt, wo denn die neuigkeiten blieben. übrigens freut uns das, und noch mehr freut uns allerhand anderes feedback, sei das nun auf der website oder per mail an uns persönlich!
aus unserem letzten bericht konntet ihr ersehen, dass es uns in panama gut gefällt. in den weiteren wochen sollte sich unsere begeisterung noch steigern. falls sich ein leser im reiferen alter noch nach einer neuen heimat umschauen sollte: panama wäre mit sehr tiefen einwanderungsschwellen ein heisser tip für rentner!
wir verliessen den vulkankrater in el valle schweren herzens, ist uns doch dort ein junger hund sehr ans herz gewachsen. auch der camping-kater garfield hat uns nach abreise sicher vermisst, hat er sich doch immer wenn er sich unbeobachtet glaubte, in unser bett hochgeschwungen.

bei la mesa fanden wir einen überraschenden campingplatz in einem evangelischen feriencamp. dieses wird von den schweizern erika und heinz geführt und liegt an einem warmen, künstlichen see. wir konnten dort herrlich im wald am see stehen und schwimmen soviel wir wollten. die gastfreundschaft war grossartig und wir danken erika und heinz für die schöne zeit!
die reise über die trockene halbinsel azuero an den pazifikstrand war herrlich und wurde vom bad im warmen pazifik gekrönt. danach durchquerten wir das land über die kordilliere, die ja hier nicht so hoch ist wie im süden, und fuhren nach almirante an der karibikküste. wir wollten mit der fähre auf die isla colon, auf der wir wunderbare badetage am weissen strand erlebten. gesellschaft hatten wir von den fischern und den vielen brüllaffen, die sich sehr nahe an unser camp wagten und uns oft mit ihrem gebrüll erschreckten. wir sahen sie aus 5 metern distanz mit ihren babys auf dem rücken die bäume hinaufklettern.
dort lernten wir auch ein deutsches paar kennen, das die europäischen wintermonate auf der isla colon verbringt. sie haben ein selbstgebautes ausleger-segelboot dessen rumpf aus einem einzigen, mächtigen stamm besteht der vom inselinnern mit muskelkraft und hilfe vieler einheimischer ans meer getragen wurde. wir wurden auf einen törn eingeladen und waren hell begeistert! auch euch, maria und jürgen, herzlichen dank für den spass, den ihr uns bereitet habt!

in david besuchten wir wieder einmal eine toyota vertretung, wir hätten einige kleinteile gebraucht. wie auch in den meisten toyota-vertretungen in brasilien, chile, peru, ecuador und kolumbien war es unmöglich, auch nur eine schraube geliefert zu kriegen. über der arroganz der unfähigen leute sind wir immer aufs neue erstaunt. wir liessen uns aber einen getriebeölwechsel aufschwatzen. auf der rechnung erschienen 16 liter öl (ist ja nicht gerade billiges soyaöl...), in die getriebe passen aber nach handbuch nur gerade gute 4 liter. es brauchte 2 stunden, bis sie das begriffen und die rechnung entsprechend korrigiert hatten. bei der weiterfahrt bemerkten wir dann öltropfen unterm auto. die eine schraube war von den fachleuten nur ein bisschen reingeschraubt worden und bald hätten wir sie verloren...
auch unser turbo-kocher zeigte ermüdungserscheinungen und hanspeter revidierte ihn hingebungsvoll. aber vom intensiven gebrauch war er wohl doch ziemlich abgenutzt und alle hingabe nützte nichts. so versuchten wir unser glück mal in einem chinesenladen in david. und siehe da, für schlanke 14 dollar konnten wir ein chinesisches kochherdli erstenen und die entsprechenden teile in unseren kocher einbauen - es klappt fantastisch und unsere warmen mahlzeiten sind wieder gesichert.
auch die umgebung von david haben wir erkundet und wir stiessen auf heisse quellen im regenwald. da es auch wirklich regnete, genossen wir das warme bad. man gewöhnt sich ja schnell ans heisse klime und wenn dann die temperaturen gegen 20 grad absinken, fängt man schon an zu frieren....
bei volcan fanden wir einen schönen übernachtungsplatz, ziemlich abgelegen und am wegrand bei einem anscheinend verlassenen haus. die einheimischen, die hie und da schüchtern grüssend vorbeispazierten waren freundlich und das plätzchen wunderschön. wir fühlten uns sehr wohl. ein junger mann verweilte lange bei uns und wir unterhielten uns gut. er war der bewohner des anscheinend unbewohnten hauses und wollte uns kennenlernen da die nachbarn alle angst vor uns exoten hatten. danach wurden wir für gut befunden und herzlich willkommen geheissen. für uns eine sehr schöne erfahrung! und auch die einheimischen dürften es nicht bereut haben.
nach vier wochen war es dann doch zeit uns richtung costa rica aufzumachen. die grenzformalitäten bei paso canoas wurden locker und freundlich erledigt und es erwarteten uns schöne badetage am pazifik. es war heiss, und das meer dürfte wohl gegen 34 grad gehabt haben.
in san jose begeisterte uns vor allem der mercado central. eine markthalle in der es vom appetitlichen frischfisch über kunsthandwerk und heilkräutern alles erdenkliche zu kaufen gibt. einer der schönsten und gepflegtesten märkte den wir kennen. sonst gibt es nicht viel zu sehen ausser einigen wenigen kolonialgebäuden. aber das ambiente ist ruhig und sicher und die ticos - wie die einwohner costa ricas genannt werden - sind sehr angenehme menschen.
wir freuten uns auf das wiedersehen mit felix aus der schweiz und fuhren durch ausgedehnte bananen- und ananas plantagen nach puerto limon und puerto viejo - wieder auf der karibikseite. wir verbrachten mit ihm eine tolle woche und freuten uns sehr über das aromat und die willisauerringli. zusammen machten wir ein kleines reisli in die leider vernebelten vulkangebiete - und hatten einander viel zu erzählen. es war schön mit dir, felix!
langsam verspürten wir kleine probleme mit yussufs getriebe - 14 000 km nach der revision in peru..... es fing mit dem rausfallen des ersten ganges an. die entwicklung ist in solchen fällen nicht genau abzuschätzen, aber es könnte sich erfahrungsgemäss schnell verschlimmern - bis zu zahnradbrüchen usw.
positiv denkend nahmen wir den weg richtung nicaragua unter die räder. wir wollten ja nun doch endlich etwas vorwärtsmachen. und diesen bericht wollten wir euch eigentlich von tegucigalpa/honduras schreiben - weil halt der name so schön klingt.
doch als wir durch die berge richtung vulkan arenal fuhren, verliess uns langsam der mut. das getriebe meldete sich vermehrt. und als wir am arenal-see eine schweizer fahne erblickten, kehrten wir im hotel los heroes ein und tranken mal ein café crème. schnell lernten wir die besitzer silena und franz kennen und deren unglaubliche gastfreundschaft schätzen. wir durften ganz unkompliziert auf dem grossen parkplatz übernachten und die infrastruktur samt pool benutzen. muchas gracias, silena und franz! auch das geschnetzelte mit rösti war hervorragend!
die anlage heisst auch "pequena helvecia", also kleine schweiz. mehrere häuser im chalet-stil, eine kapelle die das stundengeläut schlägt, milchkühe und blick auf see und berge. ein highlight war die fahrt mit der miniaturbahn über viadukte und durch tunnels auf den aussichtsberg mit drehrestaurant - alles in jahrelanger, liebevoller arbeit von franz aus dem luzernischen und seiner frau silena aufgebaut. viele teile bis zum alphorn und den bahnschienen wurden aus der schweiz gebracht.
beim drehrestaurant wird einem ein fantastischer blick auf den vulkan arenal geboten. nach dem verheerenden erdbeben in chile ist auch der arenal vermehrt aktik und wir konnten sein grummeln hören, er spuckte riesige schwarze wolken und die lavaströme flossen den berg herunter.
wir fühlten uns mit unseren getriebesorgen bei franz gut aufgehoben. er hat sofort seinen sohn stefan angefragt, ob der uns helfen könnte. stefan ist erschienen, hat sich alles angehört, herumtelefoniert und uns an eine werkstatt in san jose vermittelt. wir fuhren gemütlich los, wenn wir steckengeblieben wären, hätte uns stefan am nächsten tag aufgepickt und nach san jose geschleppt. wir schafften es allein und waren am nächsten morgen vor acht uhr in der werkstatt. dort lernten wir fachleute die den namen verdienen mit einer ausserordentlich gut ausgerüsteten werkstatt kennen. mit denen wir nun in kontakt stehen um eine optimale lösung zu finden. wir sind gespannt wie das problem gelöst wird. hilfreiche infos hat uns auch schon tom aus deutschland geliefert. das problem sei bekannt und trete unterdessen bei dem autotypen gehäuft auf. misery loves company... irgendwie ergibt sich dann schon eine lösung - im nächsten bericht werdet ihr sie vernehmen. bis dahin bitten wir euch uns die daumen zu drücken!
ansonsten geht es uns ausgezeichnet, wir stehen in san jose auf einem grossen camp-ground mit vielen mangobäumen. die mangosaison hat gerade angefangen und wir schlagen uns die bäuche voll mit diesen leckereien. auch haben wir hier schon alte und neue reisefreunde getroffen und die netten hunde der besitzer liegen immer unter unserem tisch.
wir wünschen euch in der schweiz einen baldigen frühlingsanfang und allen die unterwegs sind gute, sichere und problemlose fahrt!
herzlich grüssen euch
esther, hanspeter und der hinkende yussuf
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