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Esther Tobler und Hanspeter Schweizer unterwegs mit Yussuf

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El valle de anton, Panama PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Esther Tobler und Hanspeter Schweizer   
Samstag, den 30. Januar 2010 um 16:47 Uhr

Reisebericht 32

El valle de Anton, Panama

estimados amigos in aller welt!

13_thumbbevor wir uns den aktuellen ereignissen in panama zuwenden, schildern wir euch noch die letzten erlebnisse in kolumbien. wir machten noch einen weiteren abstecher in die sierra nevada - deren schneebedeckte gipfel wir leider nie sahen, sie waren immer im nebel - doch die tropische regenwaldvegetation an deren fuss gefiel uns sehr gut.
...in paso del mango standen wir bei der ecolodge des schweizerisch-kolubianischen paares claude und gloria. wenn wir sie von unserem plätzchen aus in ihrer lodge besuchen wollten, mussten wir uns auf einem abenteuerlichen seilbähnchen über den fluss hangeln. dort erlebten wir auch einen heftigen zwölfstunden regen. zum glück ist bei yussuf noch alles dicht!
es war zeit uns richtung küste zu begeben. in santa marta reichte uns auf der strasse jemand ein visitenkärtchen, es war eine werkstatt für autopflege. wir fuhren sofort hin - und liessen eine neue windschutzscheibe für 100 dollar montieren. ein original-toyotateil und eine freude durchzuschauen, unsere alte hatte nämlich üble steinschlagschäden.

El valle de anton, Panama  El valle de anton,  Panama  El valle de anton,  Panama  El valle de anton,  Panama

dort liessen wir auch gleich den yussuf auf hochglanz pflegen, er war nach den staubtouren der vergangenen wochen sehr verdreckt, so wollten wir ihn nicht verschiffen. wir hatten - auch mit dem wohnraum - noch viel zu tun, bis alles wieder wie neu erstrahlte.

weihnachten verbrachten wir ruhig in barranquilla um dann weiter nach cartagena zu reisen. dort quartierten wir uns wieder im guesthouse unseres verschiffungsagenten manfred ein. jeden morgen spazierten wir dem yachthafen entlang zu manfreds improvisiertem büro im supermarkt. so lernten wir auch wieder viele segelbootreisende kennen. und wir hatten dann auch die gelegenheit, silvester auf einer ankernden yacht zu verbringen.

unsere abreise verzögerte sich, da ich - esther - mir bei einer nicht ganz fachgerechten massage einige rückenprobleme eingehandelt hatte. der an sich professionelle kubanische masseur hatte - trotz meinen warnungen - einen schnellen chiro-griff angewandt, der meinem eh geschädigten rücken gar nicht gut tat. aber zum glück erholte ich mich innerhalb einer woche wieder gut.

El valle de anton,  Panama  El valle de anton,  Panama  El valle de anton,  Panama  El valle de anton,  Panama

wir hatten im guesthouse unterdessen noch gesellschaft bekommen. eine vierköpfige kanadische familie quartierte sich ein. sie hatten ein segelboot in der werft, das noch einige überholungen brauchte um in den südpazifik weiterzusegeln. wir verbrachten eine schöne zeit in unserer neuen wohngemeinschaft.
die verschiffung von yussuf war unterdessen soweit organisiert. und dank manfred - dem sehr hilfsbereiten ex-kapitän der deutschen handelsmarine - war auch der umfangreiche papierkrieg unter kontrolle.

am mittwoch den 14.januar fuhren wir das erste mal in den hafen und erledigten mit manfred weiteren papierkram. die drogenkontrolle wurde dann von den behörden noch um einen tag verschoben. am donnerstag waren wir um 8 uhr präsent. wir hatten uns auch vorsorglicherweise 16 quadratmeter weisse plasticfolie besorgt. in einem nicht klimatisierten dafür kameraüberwachten hangar hatten wir unsere gesamten irdischen güter auszuladen.
die folie war voll bedeckt davon. dann folgte eine kontrolle durch einen beamten. bis ins bett kontrollierte er alles nach diesem ominösen weissen pulver namens kokain. daraufhin kam der nette drogenhund zum schnüffeln. als er seinen job beendet hatte, machte er ein pipi an die ecke der plane - sozusagen sein stempel für alles ok. nachdem wir unsere habseligkeiten wieder verstaut hatten, konnten wir in den container rollen, der am frühen nachmittag mit drei siegeln verschlossen wurde. unsere schwarzen t-shirts waren weiss vom vielen salz ausschwitzen und wir genehmigten uns einen guten lunch, viel wasser und eine siesta. - und wir bedanken uns auch auf diesem weg nochmals herzlich bei manfred für seine tatkräftige hilfe beim organisieren von verschiffung, unterkunft und segelgelegenheit!

freitags besuchten wir nochmals manfred in seinem "büro" und waren eigentlich am aufbrechen um unsere flugtickets nach panama zu besorgen. wir hatten die hoffnung aufgegeben, auf einem segler mitzufahren. in letzter minute kam die amerikanerin wendy, wir schauten uns an, waren schnell in ein gespräch vertieft. sie rief ihren mann lee auf dem schiff an - und die abfahrt wurde für den nächsten mittag geplant. und so segelten wir also auf dem katamaran worlwidetraveler mit wendy und lee aus dem hafen von cartagena - mit blick auf die skyline der tollen stadt. die altstadt, die befestigungs- und hafenanlagen von cartagena haben uns völlig bezaubert. insgesamt haben wir ja fast vier wochen in dieser historischen stadt verbracht, und jeder tag war ein schönes erlebnis.

die erste etappe war ruhiges segeln, lee erwies sich als sehr erfahrener, reisefreudiger käpt'n. er beantwortete alle fragen von uns greenhörnern mit grosser geduld und lobte uns für jeden gelungenen handgriff. unter seiner anleitung sammelten wir unsere ersten segelerfahrungen und auf der 30stündigen passage zu den san blas inseln hatten wir auch wache zu schieben. nach der ersten nacht in einer ruhigen bucht in baru gings dann nämlich bei heftiger kreuzsee zur sache. dabei war auch eine kleine fischfütteraktion von esther eine neue erfahrung.

El valle de anton,  Panama  El valle de anton,  Panama  El valle de anton,  Panama  El valle de anton,  Panama

der archipel von san blas gehört zu panama, ist eine wunderschöne inselwelt wie aus dem bilderbuch und wird von den matriarchalischen kuna-indigenas bevölkert. die frauen sind die inselbesitzerinnen und stellen in einer speziellen technik wunderschöne wandbehänge her, die männer fischen oder gehen auf dem festland einem broterwerb nach.

beim kleinen airfield von porvenir wurden die einreiseformalitäten panama erledigt und wir segelten für eine nacht auf die west lemons um ein bisschen zu schnorcheln. hanspeter war begeistert von seinen ersten kontakten mit der unterwasserwelt.

von einem kuna-fischer kauften wir grosse langusten fürs abschiedsdinner. lee bereitete sie sehr fachmännisch zu und wir genossen einen letzten abend mit unseren neuen freunden wendy und lee. in dieser letzten nacht an bord ankerten wir direkt am flugplatz weil wir ja am nächsten tag - noch in der dunkelheit, im dinghi ans rollfeld gefahren wurden. die zwanzig-plätzige twin-otter landete direkt vor unseren füssen und wir hoben mit einem lachenden und einem weinenden auge ab. die zeit auf dem katamaran war wunderschön - thank you so much, wendy and lee!

die prosperierende, polyglotte grosstadt panama-city erwartete uns. zuerst hatten wir unsere reederei aufzusuchen, auf der bank die containerfracht zu bezahlen, und wiederum bei der reederei - mit der quittung - den original-frachtbrief (bill of lading oder kurz b/l) abzuholen. wir schlossen eine autoversicherung ab und genossen des weiteren die altstadt und die guten restaurants in panama-city. mit dem luxuszug gings entlang des panama-kanals nach colon. schliesslich erwartete uns yussuf im container im hafen von cristobal/colon. wir quartierten uns im historischen, leicht heruntergekommenen grand-hotel washington direkt an der kanal-einfahrt mit blick auf viele frachter ein. der hauptgrund war, dass colon als unsichere stadt gilt und wir einen sicheren, gut bewachten parkplatz für das auto brauchten.

zuerst machten wir uns schlau über das hafenprozedere. anschliessend besuchten wir das büro der reederei um uns anzumelden und schon mal den auftrag für die bereitstellung des containers zu erteilen. am schalter präsentierten wir unsere bill of lading, die von der seaboard-mitarbeiterin an einen typen, der hinter ihr stand, gereicht wurde. wir betonten mehrmals, dass wir exakt wüssten, wie wir vorzugehen hätten und dass wir keinen guide dafür bräuchten. sie sagte uns, der typ würde uns nur den taxistand zeigen. unterdessen war er mit unserem originaldokument aus dem büro gedüst und wir mussten wohl oder übel hintennach. er war nicht zur herausgabe der papiere zu bewegen, forderte 50 dollar für zollgebühren und wollte - erfolglos - weitere dokumente aus unserer mappe behändigen. das geld gaben wir ihm unter der bedingung, dass er uns entsprechende quittungen auszuhändigen hätte.  wir wussten ja, dass zollpapiere ohne bezahlung ausgestellt werden, aber der kerl hatte unsere papiere und wir nahmen immer noch an, dass es sich um einen mitarbeiter der reederei handelte.

in der zollfreizone franfil wurden unsere transitpapiere prompt ausgestellt, als alles fertig war, wollte unser - sich cristobal nennende und von der reederei joujou genannte - typ wieder stress machen. wir sagten mitten im büro, dass wir noch die quittung für zollspesen haben wollten. alle schauten entgeistert und er verliess wutentbrannt das büro. unsere papiere hatten wir nun alle - aber er hatte noch unsere 50 dollar, die er sich weigerte herauszurücken. mit ihm fuhren wir im taxi richtung hafen, er tobte, der taxifahrer war auf unserer seite und joujou sprang aus dem taxi. als wir ihn fotografierten, stieg er wieder ein. nun wurde die sache der reederei erzählt, die sagten, der typ sei bloss sehr hilfsbereit und würde ihnen immer zuverlässig helfen. ok sagten wir, wir beendigen nun unseren papierkrieg und holen das auto aus dem container. so lange hätten sie zeit, unser geld wieder zu beschaffen.

das weitere war schnell erledigt und mittags hatten wir unseren yussuf aus seinem container-gefängnis befreit und rollten wieder zum büro von seaboard - der reederei. nix war in bezug auf unsere 50 dollar erledigt. der manager war nicht mehr zu erreichen, und wir waren den ganzen nachmittag beschäftigt mit "investigationen". der typ war zuerst verschwunden. dann rückte doch noch eine seaboard-mitarbeiterin seine tel.nr raus. er hatte den auftrag bekommen, eine quittung zu besorgen. in no time brachte er ein handgestricktes, fehlerhaftes quittungspapier herbei, an dem selbst die seaboard-leute ihre zweifel hatten. am freitag nachmittag um fünf uhr waren wir mit zwei engagierten seaboard-frauen wieder beim zoll. eine kannte den dortigen polizeichef, der sich sofort für uns einsetzte.

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der zuständige zoll-jurist sagte uns, dass wir da einen korruptionsverdacht darbrächten und dass das für uns schwerwiegende probleme geben könnte. wir konnten ihn beruhigen: wir wollten ja nur die fälschung der quittung bestätigt haben. langsam hatten wir uns festgebissen und beschlossen, am montag weiter an der rückgabe unserer moneten zu arbeiten. am montag konnten wir dann auch endlich mit dem manager sprechen, wir merkten, dass sie nicht mit unserer hartnäckigkeit gerechnet hatten, kamen aber nicht weiter. die büro-überwachungsfilme würden nun noch eingesehen um zu beweisen, dass sich der typ tatsächlich in den hintern räumen die nur dem seaboard-personal zugänglich sein sollten, aufgehalten habe.

am nächsten morgen waren wir wieder da, es hiess, auf den bändern sei es nicht ersichtlich... wir wurden dann sofort eine etage tiefer zu einem zollbeamten beordert - und der händigte uns kommentar- und unterschriftslos die 50 dollar aus. in aller ehre wurden wir verabschiedet und alle waren froh, uns endlich los zu sein. grins....
die tage in colon hatten wir aber sehr genossen, die verkommene altstadt hat uns gut gefallen. das hotel washington hat uns in seiner historischen pracht gefesselt: hier hatte der legendäre ferdinand de lesseps in den anfängen des kanalbaus residiert (de lesseps hat ja auch den suez-kanal gebaut - am panama kanal ist er dann gescheitert - was wiederum die gründung des staates panama bzw dessen ablösung von kolumbien vor etwa hundert jahren bewirkte.).

nun nahmen wir also die erkundung panamas unter die räder. dem kanal entlang und über die gatun-schleusen fuhren wir in die shelter-bay yachtmarina wo wir nochmals ein wenig unsere segelerfahrungen vertieften und alte bekannte trafen. dort konnten wir auch herrlich campieren und wieder mal in unserem eigenen bett schlafen.

auf dem weg an den pazifik passierten wir die eindrückliche milleniums-brücke über den panama-kanal. wir konnten die grossen frachter und kreuzfahrtschiffe bei der kanaldurchquerung bestaunen und fuhren durch die dichten dschungellandschaften entlang des kanals. gegen den pazifik wurde die landschaft etwas trockener und die hügelzüge panamas waren zu bewundern.
nun war ein bad im pazifik fällig - und ein strandcamp wurde bezogen. es war wie immer hier heiss und sonnig (wir denken an unsere frierenden freunde in europa!) und unsere route führte uns in den erloschenen vulkankrater el valle auf 700 müm. und hier geniessen wir den heutigen tag in einem wunderschönen üppigen camping-park.

wir waren hier auch im zoo und haben den goldgelben frosch (rana dorada) gesehen. er kommt nur in dieser gegend vor und ist ein wahrzeichen panamas.
panama wird wohl schnell bereist sein, ist es doch nur unwesentlich grösser als die schweiz. das land und die leute gefallen uns sehr gut, es gilt als sehr sicher und ist fortschrittlich. ganz abgesehen von den wunderbaren strandlandschaften des atlantiks (karibik) und des pazifiks bietet es auch noch gebirgige dschungel- und flusslandschaften. ausserdem ist es überraschend preiswert und in jeder beziehung ein einkaufsparadies!

doch danach wird schon costa rica auf uns warten - wir kommen!!

queridos amigos, geniesst den ski-winter oder was auch immer es zu geniessen gibt!

herzlich grüssen aus panama
esther und hanspeter
 
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