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Esther Tobler und Hanspeter Schweizer unterwegs mit Yussuf

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Armenia Kolumbien PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Esther Tobler und Hanspeter Schweizer   
Freitag, den 30. Oktober 2009 um 12:12 Uhr
Reisebericht 29

holà amigos en todo el mundo!
03die zeit ist wieder mal wie im fluge vergangen - wir waren nicht untätig, wie ihr aufgrund unseres neuesten standortes ersehen könnt!
in ecuador haben wir noch ein paar tage quito erkundet - die koloniale altstadt mit der wunderschönen plaza und den prächtigen kirchen hat uns sehr gut gefallen...
Mit Ski fahren wird es dieses Jahr nichts werden
da wir auch diesen winter wieder nicht skifahren werden, und damit auch keine chance auf eine bergbahnfahrt haben werden, liessen wir uns mit der seilbahn auf den vulkan pichincha fahren. direkt aus quito gings auf über 4000 müm. der blick über die in einen kessel gebettete stadt und auf die schneebedeckten vulkane in der ferne war einzigartig!
Wir hörten innert kurzer zeit von einigen reisenden, dass ihre autoscheiben eingeschlagen wurden, deshalb liessen wir die unserigen mit sicherheitslaminat bekleben - das auch einige schüsse abhalten könnte! (so stehts wenigstens in der werbung)

Armenia Kolumbien, im Land des Kaffees  Armenia Kolumbien, im Land des Kaffees  Armenia Kolumbien, im Land des Kaffees  Armenia Kolumbien, im Land des Kaffees

Zurück in der nördlichen Hemisphäre
Nachdem wir den äquator überquerten befinden uns nach vier jahren wieder auf der nördlichen hemisphäre. auf der linie gingen wir mit dem gps in der hand hin und her um den breitengradwechsel nord - süd - nord -süd.... zu beobachten. kurz danach trafen wir im berühmten samstagsmarktflecken otavalo ein und suchten einen campingplatz auf dem gelände einer schönen hacienda auf - und was erblickten wir: unsere reisebekannten brigitte und edy (von brasilien/venezuela kommend). wir hatten sie das letzte mal in bolivien getroffen. so blieben wir mehr als eine woche dort stehen - gab es doch viel zu erzählen!

Auf dem Viehmarkt
natürlich besuchten wir auch den markt mit seinen traditionell und sehr schön gekleideten indigenas. besonders angetan hatte es uns der viehmarkt: kühe, ziegen, schafe, hühner, kücken und natürlich cuyes (die in der küche sehr beliebten meerschweinchen) wurden rege gehandelt. unsere lebensmittel kauften wir jedoch auf dem bunten markt ein - das handeln macht immer besonders spass und etwas yapa (zugabe) schaut immer raus.

Das Gas gibt es "cortesia de la casa"
da unser gasvorrat wieder mal zur neige ging versuchten wir unser glück in der abfüllstation ibarra. man hatte uns gewarnt, dass wir dort mit grösster wahrscheinlichkeit nicht bedient würden - ecuador hat ja wieder ein eigenes anschlussystem (diesmal gesteckt, also nicht eines der mindestens hundert verschieden geschraubten). wir hatten aber glück, der chef persönlich bediente uns - und wir kriegten das gas erst noch als "cortesia de la casa" (offeriert von der firma). muchas gracias!

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Wieder mal in Thermalbad (anm. d. Red.)
wir besuchten in ecuador noch die heissen thermalbäder von chachimbiro und aguas hediondas. beide wunderschön gelegen und mit mit wirklich heissem, sehr schwefeligem wasser. das war angesichts der kalten und regnerischen witterung auch mehr als angenehm. in aguas hediondas leistete uns ein riesiger bernhardiner namens beethoven gesellschaft dazwischen durchquerten wir den nationalpark el angel. leider liess uns auch da das wetter nicht gross wandern und die herrliche paramo-landschaft bewunderten wir vorwiegend aus dem auto (typisch für gewisse bergteile ecuadors, kolumbiens und venezuelas mit sehr spezieller yucca-ähnlicher vegetation mit gelben blüten)
im supermarkt von ibarra haben wir den liechtensteiner julius kennengelernt und kurz vor der grenze besuchten wir ihn und seine familie auf ihrem grundstück - sie bauen an einem restaurant und cabanas samt swimming pool. es war interessant und wir bedanken uns bei giuli und seiner familie für die gastfreundschaft.

Schwierige Ausreise und lockere Einreise
den grenzübertritt wickelten wir in tulcan/ecuador - ipiales/kolumbien ab. die ausreise gestaltete sich etwas schwieriger (sowohl für uns wie auch die zollpapiere fürs auto), da wir über eine grenze ohne anschluss an den zentralcomputer eingereist waren. die einreise nach kolumbien war recht easy und wir fühlten uns hier wieder auf anhieb wohl. auch die versicherung (eine solche ist eigentlich obligatorisch, deckt aber natürlich nur schäden die man anderen anrichtet) in ipiales war erstaunlich schnell gemacht.

Auf der Strasse nach Pasto, Kolumbien
die sehr gut ausgebaute strasse richtung pasto in kolumbien führte entlang schroffer schluchten durch trockene gebirgslandschaft. jedoch bewegten wir uns nicht mehr in so gewaltigen höhen wie noch in den vorigen andenländern.  auch die autofahrer in kolumbien kennen nix, es wird vor den unübersichtlichsten kurven bei doppelten sicherheitslinien gnadenlos überholt - gas vor hirn...an den strassenrändern stehen viele kreuze und sterne, sterne werden ebenfalls an stellen auf die strasse gemalt an denen tödliche unfälle passiert sind. das lässt die automobilisten ziemlich unbeeindruckt und beeinflusst die fahrweise in keiner art.

Im Chalet an der laguna de la chocha
so begaben wir uns bald wieder auf beschaulichere nebenstrassen und fuhren von pasto an die laguna de la cocha - den grössten see südkolumbiens. wunderschöne, völlig unberührte landschaft - so ähnlich muss es vor gut hundert jahren um die schweizer seen ausgesehen haben! auch hier war es eigentlich wieder recht kalt und die regenzeit hatte soeben begonnen. wir genossen die gastfreundschaft eines hotels im chaletstil direkt am see (es war auch wirklich von einem schweizer erbaut worden) und genossen forellen und feinstes fondue bourguinionne.in der wunderschön restaurierten kolonialstadt popayan verweilten wir ein paar tage und lernten viel neues über unser neuntes reiseland in südamerika - vor allem gilt es auch hier, sich wieder an einige sprachliche eigenheiten zu gewöhnen.

Auf nach coconuco in die Therme
die ersten thermen kolumbiens waren fällig: coconuco. wir badeten ausgiebig und campierten auf dem schönen parkplatz in strömendem regen. seit einiger zeit wird auch unser regendach (der charly, wie er heisst) viel gebraucht. so können wir trockenen fusses kochen, sitzen, essen, jassen und einsteigen.

unser nächstes ziel war san agustin; über ein hochplateau durch üppigen regenwald und eine holperige strasse schlichen wir dahin. das war bis vor ein paar jahren gefährliches rebellengebiet, jedoch scheint die situation heute beruhigt und sicher. man sieht sich aber einer grossen militärpräsenz gegenüber: ausgerüstet mit allem drum und dran bis hin zu einigen schützenpanzern. die kontrollen sind häufig, aber immer sehr freundlich und angenehm, und man hat oft den eindruck, dass die leute vor allem ein bisschen plaudern wollen und sich auch über kontakte mit ausländern freuen. es folgten viele früchteplantagen - vor allem granadillen (eine art süsserer passionsfrucht). als wir mal pause machten, kam sofort der besitzer einer solchen plantage um ein bisschen zu reden und uns von diesen herrlichen früchten zu schenken!

Bei den Grabwächtern in San Agustin
in san agustin campierten wir auf einer farm mit blick über den kleinen ort. über die san agustin kultur die vor ca. 3000 jahren in blühte stand ist recht wenig bekannt. in der nähe des ortes wurden viele grabkammern gefunden, dabei sind vor allem die in stein gehauenen grabwächterfiguren mit ihren bissigen (buchstäblich, riesige zahnreihen dominieren die gesichter) köpfen. es ist ziemlich untouristisch jedoch spektäkulär im tropischen regenwald mit vielen blühenden helikonien angelegt. wir waren begeistert!

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In die Wüste Tatacoa
durchs fruchtbare tal des rio magdalena fuhren wir nach neiva und in die wüste tatacoa - es ist mehr semi-arides gebiet und wir hatten recht gewitteriges wetter. die einzige wüste kolumbiens ist nur 300 quadratkilometer gross und wird zudem - trotz ihrer kargheit - landwirtschaftlich genutzt: so begegneten wir mageren kühen und ziegen. wir verbrachten wieder mal herrliche abende in unseren buschcamps - die uns halt immer die liebsten sind! wir folgten kleinen tracks und einmal mussten wir die sandbleche einsetzen um einen völlig zusammengebrochenen viehübergang zu queren. und natürlich fanden wir auch in der tatacoa einen lehmtümpel zum baden!

Ein Auto voller Mangos
vor ibague kamen wir durch ein grosses gebiet voller mangoplantagen mit strassenverkauf - wir füllten das auto mit diesen herrlichen früchten, die gerade saison haben.
von ibague aus überquerten wir wieder mal einen über 3000m hohen pass (kolumbien wird von drei kordillierenzügen nord-südwärts durchzogen, so hat man immer passfahrten mit viel schwerverkehr zu bewältigen. das ist landschaftlich sehr reizvoll und für uns - dem turbo sei dank - problemlos!).

Im Land es Kaffees
und schon kamen wir ins kaffeeanbaugebiet kolumbiens. eine tasse kaffee bestellt man hier als einen "tinto" - was in anderen ländern rotwein bedeutet...
wir passierten die stadt armenia und fuhren auf eine hacienda, sie gehört einem zweig der montoya-familie (deren berühmtester spross der autorennfahrer juan pablo montoya ist. hier geniessen wir die ländliche ruhe in einem tollen park, umgeben von schneeweissen zebu-stieren- die hier gemästet werden - und inmitten von ananas-, bananen- und kaffeeplantagen. wir geniessen den swimming-pool, das angenehme klima und die gastfreundschaft der sehr netten leute - und natürlich die wunderbar frischen früchte.

Auch Yussuf wird wieder mal verwöhnt
wir haben schon lange nicht mehr am auto gewerkelt, gewaschen haben wir seit einem monat nicht mehr und so wissen wir, was wir zu tun haben - soll da einer von ferien reden... nun ist aber das auto schon geputzt, die moskitonetze ersetzt, der high-lift jack überholt, die sandbleche vom eingetrockneten schlamm befreit, die winterkleider in der dachkiste versorgt, diverse flickarbeiten erledigt usw... der mensch braucht einfach eine aufgabe!

wir kosten das noch ein paar tage aus und schmieden neue reisepläne - ihr werdet informiert werden!
mit den besten wünschen und lieben grüssen

esther und hanspeter
 
Kommentare (1)
Dank
1 Dienstag, den 03. November 2009 um 11:29 Uhr
Paul Schweizer
Herzlichen Dank für Euren fesselden Bericht. Ich wünsche Euch alles Gute und weiterhin viele schöne Erlebnisse.
Liebe Grüsse, Paul.

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