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liebe freunde - estimados amigos!
wie ihr lesen werdet, sind wir etwas nordwärts gerückt und haben auch das land gewechselt. der letzte bericht wurde in caraz/peru verfasst, dort verbrachten wir eine woche der genesung. hanspeter hat sich unterdessen erholt. da wir immer noch meist in den bergen reisen, ist es oft kühl bis kalt - vor allem abends und nachts - und das ist für die altersbeschwerden nicht gerade förderlich...
von caraz aus fuhren wir durch den canon del pato (entenschlucht). wir erwarteten nichts sensationelles - aber oha. wir waren absolut begeistert! die schlucht wurde immer enger, im tobel toste der fluss, die strasse (ein übler, schotteriger, schmaler track) war in den berghang gehauen und es gab über 40 tunnels zu durchfahren.

der weg forderte seinen tribut, die batterieaufhängung fing wieder an einzureissen (sie hatte mit den drei schweren batterien seit der letzten reparatur in brasilien doch über 50'000km gehalten). in trujillo wurden wir bei toyota hervorragend und zuvorkommend bedient, und dank hanspeters neuen ideen sollte die sache von dauer sein.
wir blieben eine woche in huanchaco bei trujillo hängen - trafen wir doch dort auf die schweizer ursula und adriano (von alaska kommend), wir verbrachten eine tolle zeit zusammen. es gab einen interessanten info-austausch und die boys lagen oft zusammen unter dem auto oder steckten die koepfe unter die motorhaube, während sich ursula und esther anderweitig austauschten.
die ruinen von chan chan beeindruckten uns. sanft restauriert sind die bauten mit ihren ornamenten, die einst die grösste adobe (lehmziegel)-stadt der welt waren, hauptstadt der chimu. die chimu beherrschten ein reich von guayaquil bis fast lima, sie inspirierten auch die inkas mit ihrer bauweise und wurden von ihnen bekämpft.

doch dann hatten wir genug vom feuchten küstennebel und fuhren richtung cajamarca. zirka 300 km, auf den karten asfaltiert eingezeichnet, easy - so dachten wir. mit der grossbaustelle auf fast 100 km vor cajamarca hatten wir nicht gerechnet. eine endlose warterei war angesagt, doch des nachts - was wir eigentlich grundsätzlich vermeiden - trafen wir doch ein.
am nächsten tag gönnten wir uns mitten in den thermen von banos de cajamarca ein bungalow mit privat-thermalpool und genossen! das bad wurde vom inka atahualpa erbaut, er kurierte dort seine kriegsverletzungen. das neue bad ist in und um die ruinen der königlichen thermen angelegt.
die weiterreise führte uns wieder über mehrere schroffe, recht schwierige, landschaftlich wunderschöne pässe. über alpweiden auf über 3000müm. dort bewunderten wir die weidenden brown-swiss-kühe: milchwirtschaft. in jedem dorf gibt es eine milchsammelstelle (gekühlt!), ein projekt von nestlé. lustig war jeweils auch der milchtransport in klassischen kannen auf eselsrücken gebunden.

es hätte weitere ruinen zu bewundern gegeben, wir entschlossen uns jedoch, nur die chachapoya-festung von kuelap zu besuchen. vom tal des maranon führt der weg gute 37km auf 3000m höhe. nachmittags kamen wir an und konnten auf dem parkplatz mit herrlicher aussicht auf berg, tal und blick auf die festungsruinen übernachten. am morgen liessen wir uns dann vom einheimischen führer josé durch die ruinen geleiten und erhielten nicht nur einblick in die geschichte, sondern auch in die heutigen lebensformen der landbevölkerung die um ihre umwelt bangt. eine kanadische firma will in der nähe eine goldmine eröffnen - die konsequenzen für die leute wären schlimm. die festung ist sehr sanft restauriert, es wird immer noch ausgegraben. die nebelwaldvegetation wuchert noch intensiv - traumhaft. auch der touristenstrom hat noch nicht einzug gehalten und für uns ist der ort absolut konkurrenzfähig zu machu picchu!! ende jahr soll mit dem bau einer bergbahn begonnen werden.
eine nacht noch verbrachten wir in der verschlafenen hauptstadt des departamento amazonia, chachapoyas, danach machten wir uns auf den weg via bagua (dort wurden vor etwa zwei monaten zwölf polizisten ermordet, die die indigenas bekömpft hatten. die indigenas hatten gegen den raubbau in ihrem lebensraum protestiert (ausbeutung durch ausländische minengesellschaften und damit gefährdung ihres lebensraumes). wir waren auch vor sich häufenden überfällen auf der strecke via jaen an die ecuadorianische grenze gewarnt worden. die polizei hat angst und zieht sich zurück, das öffnet den banditen tür und tor. im moment wird die strasse jedoch von ehemaligen militärs bewacht. jedenfalls haben wir sie gut passiert und landschaftlich - viele reisfelder, tropisches klima - in bester erinnerung.
der grenzübertritt mit den kleinen posten richtung ecuador haben wir auch geduldig überstanden. vor allem der zoll bei der ausreise peru war kabarettwürdig und hat unsere ganze beherrschung gefordert um nicht loszulachen. eine show à la emil!! der zoll in ecuador war etwas moderner, das formular wurde im computer ausgefüllt und der drucker hatte eine kleine störung. wir warteten an der getränkebude gegenüber und unterhielten uns mit zwei irischen brüdern, die wir vorher schon einmal in der warteschlange bei einer baustelle getroffen hatten.
kurz nach der grenze übernachteten wir in den zuckerrohrfeldern, deren besitzer uns willkommen hiess und ein paar zigaretten gegen die kälte wollte. wir genossen die üppigen grünen hügel und spendeten am nächsten morgen noch ein paar dollar für die operation der frau... die klassische geschichte!
auf der weiteren strecke durchfuhren wir üppigen regenwald mit wunderschönen orchideen - wild am strassenrand. es gab noch einen schlammigen pass zu überqueren und wir langten in vilcabamba/ecuador an.
wir quartierten uns auf dem parkplatz einer von deutschen betriebenen hosteria ein und genossen spätzli, bockwürste, gulasch und selbstgebackenes brot, sowie eine tolle massage für unsere durchgeschüttelten knochen. leider wohnten wir laut und staubig, so blieben wir nur kurz - trotzdem genossen wir die tage!
nun sind wir in der drittgrössten stadt ecuadors, cuenca auf einem ruhigen, grossen platz am campieren; umgeben von hühnern, pferden, katzen, hund und lama. so sind wir auch mit frischen, glücklichen eiern und knackigem salat bestens versorgt. ausserdem haben wir beim metzger bocatti eingekauft: die besten wurstwaren südamerikas - bis jetzt!!
von ecuador haben wir einen sehr guten ersten eindruck. es scheint ruhig und sicher, die leute sind freundlich, es scheint auch viel moderner als peru - was nicht zuletzt aus dem fuhrpark ersichtlich ist. offenbar haben die rückwanderer aus den usa viel geld mitgebracht - verbunden mit integrationsproblemen. die autos sind schneller, die strassen besser - und die ecuadorianer halsbrecherische autofahrer.
die stadt cuenca liegt schön in den grünen hügeln in nähe des cajas-nationalparks. das zentrum hat eine schöne plaza mit einigen interessanten bauwerken und viel panama-hut manufakturen.
vorgestern wollten wir eigentlich weiterfahren, jedoch yussuf wollte nicht. er ist einfach nicht angesprungen, trotz vollen batterien und funktionierendem anlasser. also batterien ausbauen, einzeln ausmessen, wieder einbauen - er sprang an. alle verbraucher vom strom etc., kontakte reinigen etc... am nächsten tag das gleiche. der herbeigeholte spezialist diagnostizierte kaputte batterien, die er gleich an den schnelllader hängen wollte (dann wären sie wirklich kaputt gegangen). wir waren froh, als wir den experten wieder los waren.
wir organisierten hilfe via quito (vorerst mal herzlichen dank, nick!!! und hoffentlich sehen wir uns bald in quito!), morgen montag soll der mechaniker kommen und testen wo wir eventuell strom verlieren. heute sprang yussuf jedoch - trotz standheizung und eingeschaltetem kühlschrank - wieder sofort an. wir warten mal ab, ob sich die macke wiederholt und hoffen das beste - ist wohl ein schamane in der nähe??
immer noch cuenca, ein paar tage später: beim nächsten anlauf abzureisen, wollte yussuf wieder nicht. alle batterien ausbauen (volts hatten sie alle genügend,) und an einem anderen auto einzeln ausprobieren. die diagnose war klar: eine batterie ist kaputt. nach einigen mails, recherchen im mail etc fanden wir heraus, dass in ecuador die firma tedaus nicht nur bosch sondern auch optima vertreiben soll. nach weiteren telefonaten packen wir die kaputte batterie in ein taxi und fahren da hin. endlich einmal stossen wir auf fachleute, die den namen verdienen. schnell war festgestellt, dass eines der sechs elemente defekt ist, weitere tests sind am laufen und eine neue soll von guayaquil in den nächsten stunden angeliefert werden!
quito/ecuador, 28. september 2009
...und die batterie wurde in cuenca innert 48 stunden angeliefert. sie war auch in der vertretung in guayaquil nicht vorrätig gewesen und wurde - als us-amerikanisches produkt in mexiko hergestellt - via brasilien eingeflogen! wenn das kein super-service ist - da könnte sich toyota mit der weltweiten ersatzteilgarantie eine scheibe abschneiden! nach dem einbau schnurrte der yussuf wieder wie in alten zeiten und wir fuhren los.
zuerst besuchten wir die wichtigste inka-ausgrabungsstätte in ecuador: ingapirca. die festung war ein stützpunkt auf der inka-königsstrasse zwischen cusco/peru und quito. schön angelegt und restauriert - und dort konnten wir auch gleich mit bester aussicht übernachten.
eine umrundung des höchsten - inaktiven - vulkans chimborazo war angesagt. er ist schneebedeckt und zeigte sich uns einige male von seiner schönsten seite.
auf guter strasse - die im moment auch gerade neu gemacht wird, gings richtung warmem oriente weiter. ecuador gliedert sich ja in drei klimatisch unterschiedliche zonen: küste, bergland/kordilliere und oriente (klima warm bis tropisch, eigentlich amazonas-quellgebiet). die thermen von banos gefielen uns nicht besonders und wir fuhren durch dunkle tunnels und beginnenden regenwald weiter nach puyo und tena. in der nähe von tena genossen wir ein paar herrliche tage in der hosteria hakuna matata bei den sehr gastfreundlichen belgiern marcelina und rudy.
auf dem weg nach quito badeten wir in den herrlich heissen thermen von papallacta. das wetter war nicht ganz optimal. nebel und regen begleiteten uns bis auf den über 4000m hohen pass. danach beleuchtete die sonne die trockene gegend bis quito. quito als hauptstadt ecuadors ist in den letzten jahren sehr gewachsen und vor allem abends ist das ganze hochplateau (quito liegt immerhin auf 2850müm) von millionen von lichtern erleuchtet.
und in quito sind wir bis heute, die stadt gliedert sich in den wunderschön restaurierten kolonialen altstadtteil und in die grosse neustadt. zuerst wohnten wir im zentrum im hof eines hostals, der besitzer ist ein gastfreundlicher hamburger.
und nun residieren wir bei einem jugend-bekannten von hanspeter und werden nach strich und faden verwöhnt. herzlichen dank für die gastfreundschaft brigitte und nick!
irgendwann gehts dann weiter richtung kolumbien!
bis zu den nächsten neuigkeiten grüssen wir euch alle herzlich
esther und hanspeter
reisebericht 28
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