Caraz, Peru
hola amigos en todo el mundo!
wir grüssen euch aus der peruanischen schweiz! es ist wunderschön hier, und weshalb wir hier eine woche verbracht haben, berichten wir euch später. nachdem es im lande wieder ruhig wurde, haben wir die inkahauptstadt cusco wieder verlassen und fuhren richtung küste. wiederum hatten wir hohe pässe zu queren, durch enge schluchten zu fahren und - übernachtungsplätze zu suchen...
...das ist in dichtbesiedelten gegenden oft schwierig und besonders schwierig wird es, wenn die schluchten so eng sind, dass neben dem fluss gerade noch die strasse platz hat. auf dem weg nach nazca sahen wir das einzige ansprechende hotel mit grossem parkplatz, da bogen wir ein und stiessen prompt auf birte und ingo, mit denen wir einen gemütlichen abend voller info-austausch verbrachten.
es regnete auch am nächsten morgen und gegen die pässe hoch hatten wir schnee und graupelschauer. richtung nazca wurde es trocken und wärmer.
Jahrelang davon geträumt und endlich angekommen
endlich waren wir auch an diesem seit jahren erträumten ort angekommen! die nazca linien sind ja weltbekannt und viele forscher haben sich schon den kopf zerbrochen, was diese zeichen (tiere, menschen, geometrische figuren) die in die wüste als ca. 30cm breite linien gezogen sind, bedeuten könnten, und wer sie wohl geschaffen habe. auch erich von däniken hat hier geforscht. die grösste arbeit wurde gegen mitte des letzten jahrhunderts von der deutschen mathematikerin maria reiche gemacht, sie hat jahrelang die linien gesäubert und massstabgetreu kartografiert. wir buchten also einen rundflug und waren eine halbe stunde atemlos im kleinen flugzeug. der pilot legte die maschine jeweils in heftige schieflage und steuerte die einzelnen figuren - die er auch noch erklärte - von allen seiten an. so sahen wir den wal, den astronauten, affen, kondor, kolibri, papagei usw. sehr deutlich aus der luft. wir hatten den flug bei bestem licht am späteren nachmittag, nach auflösung des küstennebels. und wir waren tief beeindruckt!! es war ein absolut geniales erlebnis endlich diese berühmten nazca-linien zu sehen!
Nasca, das Reich von Maria Reiche

die reise führte uns weiter durch agrargebiet (zitrusfrüchte, reben, gemüse) in die oase huacachina, umgeben von riesigen sanddünen, und richtung ica, der wahren heimat des pisco (peruanischer traubenschnaps) und des weines.
Yussuf bockt! bei der einfahrt nach huacachina machten sich plötzlich sehr laute knackende laute unter dem auto bemerkbar. da gingen wir zuerst mal frühstücken... nach ersten erkundigungen wurden wir nach ica zu einem hinterhofmechaniker begleitet. der staub, dreck und das chaos erweckten nicht gerade unser vertrauen. so fuhren wir ganz sachte weiter. laut unserem gescheiten buch sollte es in der gegend einen österreicher mit hotel geben. leider hatte er gerade verkauft. aber wir stiessen auf einen anderen hotelbesitzer, der selbst mechaniker war und uns seine vertrauenswerkstatt empfehlen konnte. da gerade nationalfeiertage waren, quartierten wir uns ein und warteten ab. am nächsten arbeitstag mussten wir in die werkstatt geschleppt werden und warteten stundenlang auf den kompetenten mechaniker, der am folgenden vormittag eintraf.
Im Getriebe des Toyos herrscht Chaos in der zwischenzeit hatten wir kontakt mit einigen freunden um diagnosevorschläge zu erhalten. herzlichen dank euch allen für den support - vor allem dir, thomas, der du dir das geräusch sogar per telefon übermitteln liessest! nach öffnung des getriebes sahen wir das chaos: viele gebrochene zahnräder... die weltweite toyota-ersatzteilgarantie hat auch hier einmal mehr versagt: originalteile waren in lima nicht vorhanden, importzeit aus japan mindestens vier wochen, das heisst letztendlich 2 monate, unter keinen umständen zu beschleunigen...

Die Peruander wissen zu helfen aber die peruander wissen sich ja wirklich zu helfen: ruben, der mechaniker schlug vor, die teile auf dem occasionsmarkt in lima zu besorgen. aber ohne uns, das sei für gringos v i e l zu gefährlich. am samstag um 4 uhr fuhr er mit seinem assistenten los. gegen mittag hatten wir bescheid, dass wir das geld via banküberweisung schicken sollten, dann könne er die teile mitnehmen und falls wir wünschten würde er am sonntag (!) mit dem zusammenbau anfangen. wir waren überglücklich und gönnten ihm gerne den freien sonntag mit seiner familie.
die werkstatt in ica lag an der panamericana und prompt hielten heike und rainer aus thüringen- von alaska kommend - bei uns an. sie leisteten uns moralische unterstützung, wir gingen zusammen essen und nach einer halben stunde hatten sie schon jassen gelernt, schliesslich war ja 1. august, den rest der nacht verbrachten wir in der disco unten in unserem hotel. das war vielleicht eine show! vielen dank auch an euch!
Bald schon keine Schraube mehr übrig
als ruben und sein assistent wieder mit den sehr guten ersatzteilen (original!) ankamen, machten sie sich an den zusammenbau. da es ziemlich chaotisch aussah, waren nicht nur wir unruhig... aber nach ein paar tagen war keine schraube übrig und die probefahrt verlief erfolgreich! muchas gracias al team de mecanica laser, ica!
die küste wollten wir wegen des morgendlichen winter-küstennebels baldmöglichst verlassen und über pisco fuhren wir wieder in die cordillera hoch. in tambo colorado besichtigten wir noch die ruinen der alten inka-festung - und ab in die höhe. langsames anklimatisieren war angesagt, plätze schwierig zu finden, jedoch nach einem gespräch mit dem polizeichef von huaytara durften wir oberhalb des dorfes auf dem vorplatz der kathedrale nächtigen - mit absoluter bella vista.

Handarbeit aus der "Vor-Terrorismus-Zeit"
am nächsten tag fuhren wir nach ayacucho, der ehemaligen hochburg der rebellenorganisation sendero luminoso. als wir dort nach dem abendessen bei einer alten frau handarbeiten besichtigten, zeigte sie uns eine webarbeit die sie stolz anpries als aus der vor-terrorismus-zeit stammend. bei sehr wechselhaftem wetter (viel regen und etwas schlamm) kurvten wir über die engen strässchen des hochlandes nach huancayo. wir sahen viele forellenzuchten - und unser menuplan war gerettet (wir kauften sie, nicht etwa, dass wir in der nacht angeln gehen würden). auch fuhren wir durch weite artischockenfelder, die wir natürlich auch delektierten.
Stirnlampe bringt Hoffnung manchmal hatten wir tolle übernachtungsplätze versteckt an einem bergbach, manchmal übernachteten wir in innenhöfen von hostales (zimmer hätten wir da wirklich nicht gewollt...) einmal standen wir da im nieselregen in einem engen hof in dem ein ständiges kommen und gehen der weiter oben wohnenden bevölkerung stattfand. plötzlich stand ein den tränen naher junge mit zwei eiern in der hand neben uns, wir konnten lange nicht verstehen, was er eigentlich wollte. es stellte sich heraus, dass er eier kaufen musste und das wechselgeld verloren hatte. er hatte aber vorher gesehen, dass wir stirnlampen hatten und das war seine hoffnung... hanspeter begleitete ihn, und prompt fanden sie die paar münzen - sein glückliches gesicht sprach bände...
Tristes Erlebnis über die - laut buch - zweithässlichste stadt perus, la oroya, gings weiter. es ist eine bergbau- und minenstadt mit einer grossen hütte zur erzverarbeitung. die hütte wurde vor zwei monaten stillgelegt, weil die kanadische betreiberfirma die umweltauflagen nicht erfüllen wollte. so ist also die wirtschaft der stadt ziemlich lahmgelegt, kein geld, kein lohn und auch keine weitere aussicht auf arbeit. so gehts, wenn man demonstriert und protestiert, weil man sich und seine umwelt nicht vergiftet haben möchte... es war ein erlebnis der sehr tristen art, das nachdenklich stimmte.

doch unsere fahrt ging weiter nach huanuco und von dort wieder auf kleinen tracks zur cordillera blanca. unterwegs hatten wir in einem dorf vor einer baustelle ein paar stunden zu warten. wir plauderten ein wenig mit den leuten, kauften, was es zu kaufen gab und konnten beim "hotel" mit dem schlauch unseren wassertank füllen. ein mann beobachtete uns staunend und fragte: läuft der mit wasser? (toyota machts möglich...)
4800 Meter hohe Pässe zwischen den Gipfeln der 6000er die landschaft war - wie immer in den anden - einfach atemberaubend: pässe bis über 4800müm, bergseen, schroffe 6000er, lamas, alpacas, esel, pferde, mulis, schafe, ziegen - immer mit ihren hirten. das sind oft strickende oder spinnende frauen in traditionell bunter kleidung. meist winken sie freundlich zurück. das alpinisteneldorado huaraz war uns dann aber zu geschäftig und wir fuhren wieter. wir hatten ein bad nötig und das gabs kurz danach in den heissen quellen von monterrey.
als wir danach richtung lagune llanganuco hochfuhren kam uns ein aargauer entgegen - und so lernten wir silvia und jonas kennen mit denen wir eine gute plauderstunde verbrachten. die fahrt führte weiter entlang der cordillera blanca, einer schnee- und gletscherbergkette, die sich über 160 km zieht und über 6500 m hohe berge hat. man stelle sich einfach den mont blanc auf 160km länge vor... nur etwas höher.
Nicht nur das Alter von Yussuf fordert seinen Tribut im hübschen, ruhigen städtchen caraz fanden wir einen guten platz im hof eines hübschen hostals. hanspeter machte sich gleich ans flicken eines kotschutzlappens, da geschah es. irgendwie fiel er hin, holte sich einen schweren hexenschuss und blieb ziemlich unbeweglich mit starken schmerzen im rücken liegen, mandarinenkiste unter die beine, schmerz- und entspannungstabletten und salben. es besserte nicht und so konsultierten wir unseren reisefreund wolfgang, notarzt in wien. vielen herzlichen dank für deinen support, wolfgang! eine woche ruhe und behandlung und esther als krankenschwester - heute gehts ihm so gut, dass er heute morgen den kotschutzlappen fertig montiert hat und wieder zu etwas ruhe gezwungen werden musste.
wir wollen ja in den nächsten tagen die doch offenbar recht holperige piste durch den canon del pato fahren - schluchten und viele tunnels erwarten uns. doch davon nächstes mal.
wir wünschen euch in europa noch einen schönen sommer und den reisenden in aller welt eine gute, gesunde und sichere reise!
herzlich
esther und hanspeter
reisebericht 27 |