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liebe freunde
wir sind im bolivianischen amazonas-quellgebiet! - immer noch! und es ist wunderschön hier: von feucht-heiss bis regnerisch-kühl, jedoch alle klimatischen varianten sehr angenehm. unendlicher dschungel, die hügelkette des cierro balà, der fluss beni als mäanderndes band in der landschaft.
hier haben wir auf einem hügel ein haus gemietet und sind seit über fünf wochen unter den "sesshaften" - das war auch nicht so geplant nach unserem letzten bericht aus samaipata und santa cruz - ihr erinnert euch vielleicht?!
wir verliessen also santa cruz auf groben tracks, und gelangten nach san xavier und concepciòn. wir wollten wenigstens noch zwei der restaurierten jesuiten-reduktionen (die jesuiten konzentrierten im 18.jh. die indigenas in eigens gebauten dörfern um sie einerseits vor versklavung zu schützen, sie auszubilden und sicherlich nicht zuletzt auch zu missionieren). sie haben hier um den schweizer jesuiten padre martin schmid viel erreicht. nicht nur erstaunliche bauwerke, auch in musikalischer hinsicht: sogar die instrumente wurden aus einheimischen materialien hier gebaut. natürlich wäre vieles verfallen, wenn nicht der architekt hans roth (eth zürich) hervorragende restaurationsarbeit geleistet hätte. jedenfalls waren die besichtigungen hochinteressant. in san xavier übernachteten wir sogar auf dem dorfplatz direkt vor der wunderschönen kirche. der amtierende benediktiner pater - ein pole - war gerade in den ferien. in concepcion existiert bis heute eine holzbearbeitungswerkstätte die von einem ehemaligen deutschen entwicklungshelfer geleitet wird und dort werden wunderschöne holzarbeiten hergestellt.

der dichte dschungel machte ein busch-übernachten oft zunichte und so logierten wir hie und da auf dem fussballplatz oder auf dem hauptplatz eines dorfes. die einheimischen sind sehr freundlich und hilfsbereit, aber mit angenehmer distanz und es ist sicher.
via die hauptstadt der provinz beni - trinidad - fuhren wir weiter auf sehr löcherigen und vor allem extrem staubigen pisten richtung rurrenabaque. wir sahen nach trinidad - alles auf dämmen im schwemmland fahrend sogar viele amazonas-seerosen mit blättern von über einem meter durchmesser (victoria regia) - ein botanischer leckerbissen. leider haben sich uns bis heute noch keine rosa delfine gezeigt! die strecke hat vor allem yussuf einiges abverlangt. jedoch war sie einigermassen trocken - und in den letzten zwei jahren wollten wir sie ja mehrmals fahren, sie war jedoch immer heftig unter wasser.
wir fuhren dann in diesem überraschenden rurrenabaque (oder rurre wie es hier kurz genannt wird) ein und trafen jürg, den wir ja schon von la paz kannten. ein schweizer aus st. gallen, der hier sehr exklusiv wohnt. und der alles macht, um aus unserem aufenthalt ein erlebnis zu machen! danke für deine gastfreundschaft, jürg!

da es mir - esther - in den letzten wochen immer wieder ziemlich schlecht ging und mein verdauungssystem mir zunehmend probleme machte, suchte ich in rurre einen arzt auf. er diagnistizierte sehr schnell salmonellen. offenbar ein antibiotika resistenter stamm. alles ist jetzt mehr oder weniger unter kontrolle, es geht mir wieder ziemlich gut und ich nehme jeden morgen eine grüne brühe aus kräutern, auf die ich offenbar gut anspreche. es ist der ideale ort um sich zu erholen. wir haben hier von jürg eben das besagte haus gemietet und überblicken das dorf, den fluss und die hügel. mit weitblick in den dschungel. die verpflegung mit vor allem frischfisch aus dem rio beni und den wildtieren aus dem dschungel ist ausgezeichnet! auch gibt es einen französischen bäcker und demzufolge feines brot und frische gipfeli!
im moment ist hanspeter gerade auf einer schiffsreise nach guanay. ich erhole mich noch hier und erwarte seinen bericht. heute morgen war ich auf dem markt und habe mich mit gemüse und früchten eingedeckt.

ich (hanspeter) bin nun zurück aus guanay. den fluss hinauf ist noch ein schweizer pärchen mit 2 ktm maschinen mitgereist. es ist erstaunlich wieviel platz auf diesen ca. 15 m langen und sehr flachen booten bereit steht. wir waren acht erwachsene und zwei kinder mit sehr viel ausruestung wie zelte, gasflasche mit kochherd und allem drum und dran fuer die feine urwaldkueche. 2 rafting-boote mit 10 paddeln und vieles mehr. der rio beni besticht durch ausserordentliche schönheit. schnell wechselnde landschaften mit felsigen, engen schluchten dann wird der fluss wieder breit und flach aber immer durch die vielfaeltige vegetation des urwaldes. ab und zu begegnen einem flussnomaden auf ihren einbäumen, beladen mit unterschiedlichsten fruechten. relativ viele indigenas beschaeftigen sich mit goldwaschen. die meisten setzen kleine motorpumpen ein, mit denen das flusswasser mitsamt sand angesogen wird, das dann ueber eine kleine rutsche mit sieb befördert wird. ein mühsames geschäft mit sehr kleinem ertrag sogar dann wenn der weltmarktpreis für gold hoch ist.
in guanay ist dann die gruppe aus la paz zu uns gestossen. 6 jugendliche, alles klassenkameraden von der deutschen schule die perfekt deutsch sprachen. begleitet von zwei erwachsenen die diese rasselbande sehr gut im griff hatten, erstaunlich wohlerzogene halbwüchsige!!! der obere teil des flusses hat viele stromschnellen. darum sind wir in die raftingboote umgestiegen, ein heidenspass auch wenn wir nass bis auf die unterhosen wurden. das wasser ist nicht sehr kalt und durch die ungewohnte bewegung des paddelns hat sicher auch niemand gefroren. der fluss hat auf 210 km laenge ein gefaelle von 220 metern. das einzige haar in der suppe bei dieser 5-taegigen tour war die enorme moskitoplage.
gegen ende monat müssen wir leider unsere zelte in bolivien abbrechen, da unsere visa und zollpapiere (auto) nicht verlängert werden können. ansonsten würden wir wohl bis auf weiteres hier kleben bleiben, gibt es doch auch in der umgebung noch vieles zu entdecken!
lassen wir uns überraschen, woher der nächste bericht kommt - lasst es euch gut gehen und geniesst den sommer!
esther und hanspeter
ps wir danken allen, die uns mit feedback versorgen; sei es im gästebuch oder als emails. wenn wir die adresse haben oder über unseren webmaster klaus eruieren können, beantworten wir sie gerne! |
Vielen Dank für Eure tollen Berichte aus Südamerika. Hoch interessant sind Eure Reportagen - spannende und ausserordentlich schön formulierte Erlebnisse. Auf Eure weiteren Berichte warte ich mit viel Interesse - ganz besonders was Euren Aufenthalt in Equador betrifft.
Alles Gute, vorallem gute Gesundheit wünsche ich Euch.
Herzliche Grüsse, Paul.
Herzliche Grüße Gisela & Jörg