holacito amigos en todo el mundo!
und was ist jetzt da wieder geschehen - ein bericht aus bolivien??? weiter weg von alaska denn je.... wie wir unterdessen von uns wissen, machen wir pläne nur um sie zu ändern. wir erzählen euch gleich wie wir hierher kamen.
den letzten bericht verfassten wir in iquique/chile. wir waren auf der suche nach bremsbelägen. yussufs typen waren jedoch auch im zentrallager in santiago nicht erhältlich, wir machten mit mehreren toyota vertretungen schlechte erfahrungen, wir befanden uns schon fast in reichweite zu la paz/bolivien - was lag also näher, als in die spitzenwerkstatt von ernesto hug zu fahren.
nach einem weiteren abstecher in die atacama wüste - auf minentracks und querdurch von oase zu oase - erreichten wir arica in nordchile und von dort gings langsam hoch auf über 4000 müM und nach bolivien.
wir hatten noch einen tag zeit bis zum termin in la paz. auf der karte fanden sich - fast auf dem weg - die thermen von urmiri - ein bad könnte nicht schaden. es gab einige höhenmeter rauf und runter zu bewältigen. wir (vor allem natürlich ich, also esther...) mussten uns schleunigst wieder an die rauhen schmalen bolivien-tracks mit ihren abgründen gewöhnen. es ging fast senkrecht runter - und wir hatten ja nicht mehr die neuesten bremsen. es hat sich absolut gelohnt, urmiri mit dem thermalbecken im felsen und der natur-dampfsauna war ein super-erlebnis.

in la paz quartierten wir uns wieder im camping des hotel oberland bei yober und walter ein und am nächsten tag um 8 h kreuzten wir in der garage hug auf. absolut professionel und effizient wurden die richtigen schritte eingeleitet, alles perfekt ausgemessen und bestellt. nun haben wir innert weniger tage völlig neue bremsen und gleich auch noch stossdämpfer und viel kleinkram mehr erhalten. herzlichen dank an don ernesto und seine mannen!
in der zwischenzeit haben wir noch ein paar news mitgekriegt - von walter und seinem kollegen jürg aus rurrenambaque - muchas gracias! so viel verlockendes haben sie uns erzählt - wir mussten eine geschäftsleitungssitzung abhalten und neue beschlüsse fassen... dh ein bisschen die kurzfristigen pläne abändern um uns ein paar alte wünsche zu erfüllen, die in den letzten jahren wegen schlechter witterung und überschwemmungen nicht möglich waren. ausserdem und definitiv das alte motto: der weg ist das ziel!

also mussten wir nur noch auf und um die märkte um einzukaufen. wir füllten den kühlschrank vor allem mit den hervorragenden käsesorten boliviens (es gibt hier offenbar zwei schweizer-käsereien) und anderen goodies für die reise in die etwas abgelegeneren gebiete.
eine kleine schleife machten wir noch um den vulkan sajama (6640müM). wir bestiegen ihn natürlich nicht, wir campierten im fumarolenfeld unterhalb des bilderbuchgipfels auf etwa 4400 müM. hie und da besuchten uns vicunas und wir begegneten wieder vielen lamas. die tour um den vulkan gab blicke auf die wilde natur boliviens frei - vom feinsten!
danach war wieder mal eine reinigung in einer therme fällig und dann folgte der hit, das highlight: der salar von uyuni. wir hatten ihn ja schon vor zwei jahren besucht. damals hatte er soviel wasser, dass wir das dem yussuf nicht zumuten wollten. dieses jahr ist er aber im moment absolut trocken und so konnten wir ihn selbst befahren. irgendwo mitten auf dem salzsee campierten wir und kochten ein käsefondue gefolgt von einem jass. die salzformationen, das gleissende licht - ob tagsüber oder unterm sternenzelt - waren auch dank strahlendem wetter ein wunderbares erlebnis das wir sehr genossen! es war natürlich sehr kalt - in der nacht um die minus 10 grad. die tage sind im sonnenschein recht mild und klar.
da es auch in anderen teilen boliviens schon trocken ist, dehnen wir unsere reisepläne in diesem wunderschönen, rauhen, wilden land noch etwas aus... die annäherung an peru soll diesmal "von hinten" erfolgen!
nach dem besuch des salzsees mussten wir in uyuni wieder mal diesel auftanken. seit mehreren monaten war im netz zu lesen und zu hören, dass die bolivianer in grenznähe den sprit wesentlich teurer an autos mit ausländischen nummernschildern verkaufen sollen. in uyuni war nun mal die eine tankstelle leer und an der anderen wurde uns ein dokument präsentiert, demzufolge ausländer nach gesetz nr soundso etc. anstatt bolivianos 3.72 etwa 8.50 zu bezahlen hätten. sah alles legal aus. also kauften wir bloss ein paar liter - unterdessen haben wir uns aber in santa cruz schlau gemacht - scheint alles nur eine touristenabzocke zu sein, aufgeblasen vom ersten den sie erwischt haben! das gesetz existiert nicht, aber die touris erwischt man weiterhin!

von uyuni aus gings via silberstadt potosì (die wir vor zwei jahren intensiv besuchten) nach sucre, der auch schon besuchten schönen, weissen de jure-hauptstadt boliviens. unterwegs wurden wieder thermenbesuche eingelegt. wenn dann all diese jungbrunnen nichts mehr nützen...na ja jedenfalls machen wir es wie die indigenas ohne badezimmer: thermen werden in erster linie zur körperreinigung besucht. und thermen gibt es hier viele.
von sucre bis nach samaipata hatten wir wieder tausende höhenmeter rauf und runter zu bewältigen. und die blicke in die tiefen schluchten waren atemberaubend. zwischendurch sieht man immer wieder erdrutsche und steinschlag. die tracks sind aber erstaunlich gut im schuss obwohl sehr wenig befahren. wenn wir pro tag ein zwei autos begegneten wars oft schon viel. wir fuhren durch die unwegsame gegend von che guevaras letzten gefechten nach la higuera wo er 1967 hingerichtet worden ist. landschaftlich auch das wieder nur höhepunkte in rauher wilder natur, gewaltige berge, wasserfälle, wildbäche. auch ist das land wo es noch einigermassen fruchtbar ist, dicht besiedelt und die bolivianer pflanzen noch an den steilsten hängen ihre quinoa oder gerste (für bier) oder natürlich kartoffeln aller arten. es war teilweise auch gerade erntezeit. die gerste wird z.b. mit der sichel von hand geschnitten und gebündelt. maschinen- und düngereinsatz sind in diesen gegenden schlicht unmöglich. die natur verlangt viel von diesen fleissigen, genügsamen menschen. andererseits sieht man auch kaum anderswo soviele entwicklungshilfeprojekte. die hier aber durchaus angebracht sind!
so sind wir also nach samaipata gekommen und retablierten hier ein wenig. auch am auto gibts ja immer mal was zu tun, sei es technisch oder im haushalt wie putzen oder ähnliches. nach solchen naturtrack-strecken sieht es ja aussen und innen immer aus wie im sandkasten!
samaipata liegt auf etwa 1600 müM und hat ein mildes herrliches klima. es wächst hier so ungefähr alles was man sich denken kann. wir standen in einem camping von holländern die von mango über passionsfrüchte bis zu salaten und heilpflanzen alles anbauen.
der besuch einer der wichtigsten - und eher unbekannten - ausgrabungsstätten bescherte uns einen weiteren tollen tag: el fuerte de samaipata. auf einem berg wurden in eine gewölbte felsplatte von ca. 600 m länge figuren eingeritzt (pumas, schlangen, nischen für kulte). die deutungen sind vielfältig: schon vor der inkazeit sollen indianer vom amazonas hierher gepilgert sein, die inkas sollen den berg als kult- und wohnstätte genutzt haben und die spanier als beobachtungsposten für die handelsstrasse von ausuncion/paraguay nach lima/peru. an den vielen deutungen war ua. auch erich von däniken beteiligt. auf jeden fall war es hochinteressant und von der lage her sehr eindrücklich.
durch ein fruchtbares tal und schluchten führte uns eine ewig verschüttete strasse nach santa cruz de la sierra in die ebene auf etwa 400müm - ziemlich warm und tropisch feucht. über eine million einwohner bevölkern diese wohl modernste stadt boliviens. es ist in jeder beziehung wieder ein gewaltiger kontrast zum rest des landes. es ist also wieder mal grosstadtleben angesagt. in der umgebung wird auch viel erdöl gefördert, also eine reiche gegend, entsprechend ist auch hier die dichte der neuen geländewagen und der guten restaurants. die geniessen wir, bevor wir uns wieder in den busch begeben!
das nächste mal sollten wir dann wirklich aus peru schreiben - wer weiss, was es in der zwischenzeit für überraschungen gibt!
also, bis bald einmal mit vielen grüssen
esther und hanspeter |