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Esther Tobler und Hanspeter Schweizer unterwegs mit Yussuf

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iquique/ chile 5 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Esther Tobler / Hanspeter Schweizer   
Sonntag, den 05. April 2009 um 00:00 Uhr

liebe freunde in nah und fern

02_thumbnach langer pause melden wir uns wieder aus südamerika! wie die meisten von euch wissen, waren wir mehr oder weniger lang in europa. ansonsten hat euch ja klaus auf dem laufenden gehalten. merci beaucoup! esther versuchte ihre zahnprobleme zu lösen und hanspeter bewunderte seine enkeli.
hanspeter reiste ende oktober - exakt beim ersten schneefall in der schweiz - wieder ab nach südamerika. er brachte yussuf wieder auf vordermann - z.b. liess er das getriebe in brasilien revidieren und die neuen teile einbauen, auch drei neue batterien wurden eingebaut - diese vielen kilos brachte erik in seinem toyo im container mit - herzlichen dank erik!

Neue Camping-Stühle für geschunden Körperteile

anfang märz reiste ich - esther - wieder über buenos aires nach colonia/uruguay. bepackt war ich natürlich mit allem möglichen. was man nur in europa kriegen kann ua. neuen camping stühlen (!)

     


voll motiviert richteten wir uns wieder aufs zigeunerleben ein - beim ersten reifenpumpen machte sich ein kaputter kompressor bemerkbar. wir kauften als vorläufige notlösung zwei schwache, billige chinesische. durch einen glücklichen zufall konnten wir von einem anderen reisenden, der sich gerade auf den heimweg machte, einen kaufen. er funktioniert wunderbar - einen dank an josef!

Über den Agua Negra auf 4800 Metern Meereshöhe
dann gings los - schliesslich sind wir ja noch immer auf dem weg nach alaska! die reise führte uns durch uruguay nach san juan in argentinien und weiter über den agua negra pass nach chile. der agua negra pass ist 4800m hoch, die piste schlängelt sich durch ein enges karges tal  und dann den berghängen entlang hoch bis zur passhöhe. wir sahen bizarre büsserschneefelder und gletscher. kaum pflanzen ausser kakteen. eine wunderschöne wilde, einsame landschaft - es begegneten uns nur zwei autos! auf der chilenischen seite erledigten wie üblich freundliche beamte die formalitäten, und das auto wurde bis hin zum motor nach eventuell geschmuggelten lebensmitteln (seuchenkontrolle)  durchsucht.


     

Schnaps und Gitzi

wir kamen ins fruchtbare valle d'elqui. bis an die steil aufragenden bergwände wird der sandige boden genutzt um reben, avocados, pfirsiche und andere früchte anzupflanzen. wir besuchten eine pisco-distillerie und lernten wie dieser schnaps aus top-qualität traubenmost gebrannt wird. und wir assen das beste gitzi der reise: auf der sonnenseite des tals wird in töpfen, die in mit folie ausgekleideten kisten stehen, das kochgut langsam geschmort - und das in verschiedenen restaurants auf deren terrassen. das resultat ist unbeschreiblich aromatisch und butterzart - und das von mageren bergziegen!

Ein Tag im Observatorium
bedingt durch die höhe, die lage zum pazifik (trockene luft, feuchtigkeit nur durch nebel vom meer zu den bergen steigend)  und fehlendes restlicht liegen in diesem teil chiles auch viele bedeutende observatorien. die meisten können nur am tag und nach monatelanger voranmeldung besucht werden. im valle d'elqui jedoch befindet sich eines, das nachts führungen anbietet. so besuchten also auch wir mamalluca. ein sehr motivierter astronome begleitete uns und erklärte das elementarste an himmelsereignissen und -gestirnen und das für absolute laien verständlich. da wir yussuf dabei hatten, konnten wir gleich dort übernachten  - million star hotel mit blick ins elqui-tal runter. es war ein wunderbares erlebnis!

Der Pazifik in La Serena
am nächsten tag gings an den pazifik runter nach la serena. eigentlich wollten wir ja nur eine nacht bleiben. doch nach lektüre der zeitung wussten wir, dass wir das wochenende hier verbringen mussten. es fand nämlich ein rodeo statt - und zwar endausscheidungen für das wichtigste rodeo chiles, das im april in rancagua stattfindet und weltruhm geniesst.es galt dann, wunderschöne pferde der rasse chileno und die kunststücke der reiter zu bewundern - spitzenklasse!

Unser Traum: die Osterinseln
wir wollten ja schon seit jahren  (esther seit jahrzehnten...) die osterinsel besuchen. von la serena aus bot sich uns die letzte chance und so buchten wir. wir reisten im nachtbus nach santiago und flogen nach hanga roa - rapa nui - osterinsel. es war eine lange reise - doch es hat sich absolut gelohnt! die osterinsel ist die isolierteste insel der welt (zwischen chile und tahiti im pazifik), wurde im 19. jh von chile annektiert und gehört zu polynesien, kulturell wie ethnisch. es befinden sich dort gegen 900 monumentale statuen von moais. figuren, aus lavasteinen gehauen,  die den statuen im ganzen pazifik zwar ähnlich sehen, jedoch nirgends in dieser menge und qualität zu finden sind und die vielen wissenschaftlern und forschern (von thor heyerdal bis erich von däniken)  bis heute rätsel aufgeben. bedeutung, herstellung, transport usw, über all das wird immer noch gerätselt.

Bei den Rapa-Nui
die insel haben wir eigentlich sehr touristisch erwartet - ist sie aber nicht, alles steckt irgendwie in den kinderschuhen und die einheimischen rapa-nui lassen sich nicht stark beeinflussen. das klima ist subtropisch, schön warm, umspült vom angenehmen pazifik, es gibt nur zwei kleine sandstrände, es ist sehr grün und es war gerade mangosaison. abgesehen vom fisch und einigen früchten muss alles vom festland chiles eingeflogen werden. das sind über 3000 km und wirkt sich entsprechend auf die preise aus. wir logierten jedoch absolut billigst in einem flohzirkus - wir überlebten es gut. luxushotels gibt es noch nicht jedoch ist der fortschritt bestimmt nicht aufzuhalten und etwas entsprechendes ist schon im bau. unser luxus war ein mietauto (öv gibt es nicht)  und wir befuhren die 177 quadratkilometer kleine insel im detail - und lernten alle moais kennen, auch die, die noch halbfertig im steinbruch lagen. es war alles in allem ein ganz tolles erlebnis - ein traum ging in erfüllung!!!

   

yussuf wartete derweil im hof einer bekannten auf uns und wurde dort wieder abgeholt und reisefertig beladen. wir wollten ein bisschen im hinterland nordwärts fahren. auf einem plateau ca 2000 müm fuhren wir durch einen uns absolut unbekannten teil der trockensten wüste der welt - der atacama. durch einsamstes wüstengebiet, teils gibt es dort noch minen, teils sind sie aufgegeben, fuhren wir "querwüste" immer etwa nordwärts. einmal mehr begegneten wir keinem anderen fahrzeug mehr, an geräuschen hörten wir nur den starken wind, an lebewesen sahen wir nur uns. so hatten wir uns die atacama vorgestellt, sie jedoch noch nie in dieser dimension erlebt. für wüstenliebhaber ein absoluter leckerbissen!

Weiter auf der Panamericana
zwei tage panamericana dem pazifik entlang - eine küstenstrasse die den namen traumstrasse der welt zu recht trägt: auf der einen seite der pazifik, türkis bis dunkelblau, sandstrände oder felsen mit pelikanen, tölpeln oder seehunden, auf der anderen seite steil aufragende hohe berge, kein grashalm oder strauch, sanddünen - und kaum verkehr. warmes sonniges wetter, frischfisch direkt vom fischer - herz was begehrst du mehr?!

Iquique hat uns wieder
und jetzt sind wir wieder mal in iquique, im norden chiles. einer modernen bunten stadt am pazifik, mit tollen villen und sehr ärmlichen vierteln, mit dahinter steil aufragenden 2000m hohen sandfarbenen kahlen bergen. es ist zollausschlussgebiet mit entsprechendem handel. hier werden massenhaft autos importiert und für den südamerikanischen markt gerüstet. hier findet man bei schrotthändlern angeblich alles und den rest bei den händlern mit neuen produkten - alles ausser bremsscheiben oder bremstrommeln für unseren toyota mit der weltweiten ersatzteilgarantie auch in santiago nicht aufzutreiben!!! aber diese erfahrung ist nicht neu und erschüttert uns nicht mehr. wir geniessen den pazifik mit den brüllenden seehunden vor der nase, die sonne und das herrliche wetter. gleich wird hanspeter sein hobby pflegen und den grill in betrieb nehmen. auf dass der in diät angefangene tag nicht ebenso enden möge.

der weiteren sind unsere reisepläne exakt nordwärts gerichtet und wir werden in der nächsten zeit in peru einreisen.

wir danken allen, die uns trotz langer schreib- und reisepause die treue halten für die geduld und freuen uns - wie immer - sehr über entsprechendes feedback!

wir wünschen euch frohe ostern mit vielen bunten ostereiern und grüssen herzlich

esther und hanspeter

 
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