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Liebe freunde in nah und fern!
Es hat lange keinen bericht von uns gegeben – aber hier folgen wieder einige reiseerlebnisse und ein lagebericht. Sehr viel weiter sind wir ja nicht gekommen seit den letzten news aus la paz/bolivien, aber es gibt doch wieder viel zu erzählen...
Wir schrieben damals, dass der yussuf wieder voll auf vordermann gebracht wurde. Das war auch nötig, haben wir uns doch wieder zu einer
tollen strecke aufgemacht. Wir wollten es etwas wärmer und sind erst mal nach coroico gefahren. Das ist die berühmte todesstrecke, entlang von schluchten mit linksverkehr und im moment bei bikern der renner. Allerdings gibt es jetzt eine neue alternativstrasse. Coroico liegt wunderschön auf einer terrasse und ist ziemlich touristisch geworden. Wir fuhren dann weiter richtung caranavi – immer auf der linken pistenseite am schluchtrand. Wieso das: damit die vollbeladenen lastwagen aus dem fruchtbaren beni nicht in die schlucht kippen... und das bei viel verkehr in einer dichten staubwolke. Die weiterfahrt durch die yungas war spektakulär. Die strecke wurde immer einsamer, die vegetation immer tropischer, das klima heisser und feuchter – nach caranavi fragten wir einen kontrollposten, ob wir immer noch links fahren müssten – er wusste es nicht... wir fandens raus: wir durften wieder rechts fahren. Wir fragten auch, wie lange man denn für die geschätzten 400 km zwischen coroico und sorata brauchen würde, etwa eine woche hiess es, was bei uns leicht unglaubliches staunen hervorrief. Wir schafften es dann in 6 tagen... 2 tage in geländeuntersetzung. Die route über mapiri – consata führte durch abgelegene coca- und andere plantagen, durch regenwald, wir querten einige flüsse, die immer noch viel wasser hatten, es ging keine 100m geradeaus, der track wurde immer enger, die höhenunterschiede waren gross, es ging endlos rauf und runter. Oft mussten wir halsbrecherisch schräge erdrutsche überwinden, der track war kaum breiter als das auto und die schluchten am autorand senkrecht und 1000m tief. Tagelang begegneten wir nur noch den toyotas vom öffentlichen verkehr (!), etwa 4-5 pro tag – die mussten irgendwie gekreuzt werden. An den flüssen begegneten wir goldwäschern und in den kleinen dörfern kauften wir diesel vom fass und bier oder auch mal ein stück einer frischgeschlachteten sau. Da es kaum ebene plätze gab, übernachteten wir mehrmals auf den kleinen dorffussballplätzen - einmal in santa clara: auf der gegenüberliegenden seite der schlucht konnten wir mit dem feldstecher die ruinen der präkolumbianischen festung iskanwaya bewundern. Da in der tälern gerade die reisernte war, hatte es miriaden winziger moskitos die sich an uns labten. Hanspi reagierte sehr allergisch auf die stiche, hatte hohes fieber usw., er wollte nur noch ein bett. esther zitterte also den yussuf nach sorata – natürlich nicht so speedy wie gewünscht... Na ja, wir kamen wohlbehalten in sorata an, waren wieder auf fast 4000müM und erholten uns in diesem sonnigen klimakurort im hotel ex-prefectural. Das war einmal das beste hotel boliviens – für die regierung. Heute ist es privat, völlig heruntergekommen – aber wenn wände sprechen könnten.... es gab sogar eine bar genannte whiskeria mit einer wand voller flaschen – alle leer. Dafür leisteten wir uns für weniger als 10 dollar die suite...
Nun hatte yussuf wieder ein öltröpfli. Wir meldeten uns also wieder in la paz in der garage hug. Die legten sich wirklich ins zeug, um den diffusen fall zu lösen. Es gelang auch wirklich nach mehrmaligen anläufen und näheren und weiteren probefahrten. Herzlichen dank don ernesto!
Wir besichtigten auch die ausgrabungsstätte von tiahuanaco – einer kultur vor den inkas. Es ist die bedeutendste ausgrabung in bolivien, steht auf der unesco world heritage liste und braucht noch viel vorstellungskraft...
Danach gings zum titicacasee, wo wir herrliche 10 tage am wallfahrtsort von copacabana verbrachten. Wir trafen dort auf annemarie und heinz mit denen wir ein boot charterten um die sonnen- und die mondinsel zu besuchen. Es war toll!
Wir erlebten in copacabana auch das fest des herrn des kreuzes. Die bolivianischen gruppen tanzten samstag/Sonntag zu guggemusik durch. Und das in prächtigsten bunten kleidern mit viel freude und bier. Dort liessen sie sich ausnahmsweise gerne fotografieren.
Wegen eines weiteren öltröpfchens machten wir nochmals eine schleife nach la paz – aber nun ist das problem gelöst!! Yussuf ist seit über 500km dicht!
Die weiterreise führte uns wieder durchs altiplano nach peru. Die gegend wurde immer fruchtbarer: viele quinoa-, mais- und getreidefelder säumten die gute strasse. Lamas und alpakas grasten am rand begleitet von eseln und schafen.
Eine eiskalte (der winter fängt hier an mit milden meist sonnigen tagen und eiskalten 12 stunden dauernden nächten) nacht verbrachten wir vor cusco in den termas del inca. Wir hatten das heisse bad dringend nötig.
Nun sind wir schon seit über 10 tagen in der wohl schönsten kolonialstadt südamerikas im peruanischen cusco. Wir haben letztes wochenende den absoluten touristennepp nach den inkaruinen von machu picchu mitgemacht. Die ruinen sind immer noch wunderschön und sehr eindrücklich zwischen steilen bergen auf einer bergspitze angebracht. Aber das drum und dran ist wirklich ein abriss und man wird rumgescheucht wie herdentiere. Aber was wäre südamerika ohne den besuch von machu picchu???
Wir stehen hier auf dem ruhigen camping quinta lala und sind zu fuss in weniger als einer halben stunde auf der plaza de armas, dem zentrum von cusco.
Hanspeter wird hier in den nächsten wochen eine sprachschule besuchen während esther sich auf ein schweizer-reisli begibt.
Es dürfte also etwas dauern bis zum nächsten bericht – doch wir halten euch auf dem laufenden!!!
Viele grüsse
Esther und hanspeter
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