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Esther Tobler und Hanspeter Schweizer unterwegs mit Yussuf

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Cusco Peru PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Esther und Hanspeter   
Montag, den 25. Juni 2007 um 00:00 Uhr

Liebe freunde in nah und fern!

yussuf_tobler_schweizer_067_thumbEs hat lange keinen bericht von uns gegeben – aber hier folgen wieder
einige reiseerlebnisse und ein lagebericht. Sehr viel weiter sind wir
ja nicht gekommen seit den letzten news aus la paz/bolivien, aber es gibt
doch wieder viel zu erzählen...

weiter...Wir schrieben damals, dass der yussuf wieder voll auf vordermann
gebracht wurde. Das war auch nötig, haben wir uns doch wieder zu einer

tollen strecke aufgemacht. Wir wollten es etwas wärmer und sind erst
mal nach coroico gefahren. Das ist die berühmte todesstrecke, entlang
von schluchten mit linksverkehr und im moment bei bikern der renner.
Allerdings gibt es jetzt eine neue alternativstrasse. Coroico liegt
wunderschön auf einer terrasse und ist ziemlich touristisch geworden.
Wir fuhren dann weiter richtung caranavi – immer auf der linken
pistenseite am schluchtrand. Wieso das: damit die vollbeladenen
lastwagen aus dem fruchtbaren beni nicht in die schlucht kippen... und
das bei viel verkehr in einer dichten staubwolke. Die weiterfahrt
durch die yungas war spektakulär. Die strecke wurde immer einsamer,
die vegetation immer tropischer, das klima heisser und feuchter – nach
caranavi fragten wir einen kontrollposten, ob wir immer noch links
fahren müssten – er wusste es nicht... wir fandens raus: wir durften
wieder rechts fahren. Wir fragten auch, wie lange man denn für die
geschätzten 400 km zwischen coroico und sorata brauchen würde, etwa
eine woche hiess es, was bei uns leicht unglaubliches staunen
hervorrief. Wir schafften es dann in 6 tagen... 2 tage in
geländeuntersetzung. Die route über mapiri – consata führte durch
abgelegene coca- und andere plantagen, durch regenwald, wir querten
einige flüsse, die immer noch viel wasser hatten, es ging keine 100m
geradeaus, der track wurde immer enger, die höhenunterschiede waren
gross, es ging endlos rauf und runter. Oft mussten wir halsbrecherisch
schräge erdrutsche überwinden, der track war kaum breiter als das auto
und die schluchten am autorand senkrecht und 1000m tief. Tagelang
begegneten wir nur noch den toyotas vom öffentlichen verkehr (!), etwa
4-5 pro tag – die mussten irgendwie gekreuzt werden. An den flüssen
begegneten wir goldwäschern und in den kleinen dörfern kauften wir
diesel vom fass und bier oder auch mal ein stück einer
frischgeschlachteten sau.
Da es kaum ebene plätze gab, übernachteten wir mehrmals auf den
kleinen dorffussballplätzen - einmal in santa clara: auf der
gegenüberliegenden seite der schlucht konnten wir mit dem feldstecher
die ruinen der präkolumbianischen festung iskanwaya bewundern.
Da in der tälern gerade die reisernte war, hatte es miriaden winziger
moskitos die sich an uns labten. Hanspi reagierte sehr allergisch auf
die stiche, hatte hohes fieber usw., er wollte nur noch ein bett.
esther zitterte also den yussuf nach sorata – natürlich nicht so
speedy wie gewünscht...
Na ja, wir kamen wohlbehalten in sorata an, waren wieder auf fast
4000müM und erholten uns in diesem sonnigen klimakurort im hotel
ex-prefectural. Das war einmal das beste hotel boliviens – für die
regierung. Heute ist es privat, völlig heruntergekommen – aber wenn
wände sprechen könnten.... es gab sogar eine bar genannte whiskeria
mit einer wand voller flaschen – alle leer. Dafür leisteten wir uns
für weniger als 10 dollar die suite...

Nun hatte yussuf wieder ein öltröpfli. Wir meldeten uns also wieder in
la paz in der garage hug. Die legten sich wirklich ins zeug, um den
diffusen fall zu lösen. Es gelang auch wirklich nach mehrmaligen
anläufen und näheren und weiteren probefahrten. Herzlichen dank don
ernesto!

Wir besichtigten auch die ausgrabungsstätte von tiahuanaco – einer
kultur vor den inkas. Es ist die bedeutendste ausgrabung in bolivien,
steht auf der unesco world heritage liste und braucht noch viel
vorstellungskraft...

Danach gings zum titicacasee, wo wir herrliche 10 tage am
wallfahrtsort von copacabana verbrachten. Wir trafen dort auf
annemarie und heinz mit denen wir ein boot charterten um die sonnen-
und die mondinsel zu besuchen. Es war toll!

Wir erlebten in copacabana auch das fest des herrn des kreuzes. Die
bolivianischen gruppen tanzten samstag/Sonntag zu guggemusik durch.
Und das in prächtigsten bunten kleidern mit viel freude und bier. Dort
liessen sie sich ausnahmsweise gerne fotografieren.

Wegen eines weiteren öltröpfchens machten wir nochmals eine schleife
nach la paz – aber nun ist das problem gelöst!! Yussuf ist seit über
500km dicht!

Die weiterreise führte uns wieder durchs altiplano nach peru. Die
gegend wurde immer fruchtbarer: viele quinoa-, mais- und
getreidefelder säumten die gute strasse. Lamas und alpakas grasten am
rand begleitet von eseln und schafen.

Eine eiskalte (der winter fängt hier an mit milden meist sonnigen
tagen und eiskalten 12 stunden dauernden nächten) nacht verbrachten
wir vor cusco in den termas del inca. Wir hatten das heisse bad
dringend nötig.

Nun sind wir schon seit über 10 tagen in der wohl schönsten
kolonialstadt südamerikas im peruanischen cusco.
Wir haben letztes wochenende den absoluten touristennepp nach den
inkaruinen von machu picchu mitgemacht. Die ruinen sind immer noch
wunderschön und sehr eindrücklich zwischen steilen bergen auf einer
bergspitze angebracht. Aber das drum und dran ist wirklich ein abriss
und man wird rumgescheucht wie herdentiere. Aber was wäre südamerika
ohne den besuch von machu picchu???

Wir stehen hier auf dem ruhigen camping quinta lala und sind zu fuss
in weniger als einer halben stunde auf der plaza de armas, dem zentrum
von cusco.

Hanspeter wird hier in den nächsten wochen eine sprachschule besuchen
während esther sich auf ein schweizer-reisli begibt.

Es dürfte also etwas dauern bis zum nächsten bericht – doch wir halten
euch auf dem laufenden!!!

Viele grüsse

Esther und hanspeter

 

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