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Buenos dias amigos!
Bei völlig anderen klimatischen bedingungen gewöhnen wir uns hier in Bolivien auf 3000müM an die höhe - nun sind wir schon etwas wärmer angezogen als in den letzten wochen... trotz immer noch mehr als 20 grad!

Die Wasserfälle von Iguassu
Nach unserem letzten bericht anfang januar sind wir in paraguay weitergereist. Wir fuhren in den berüchtigten schmugglerort ciudad del este im dreiländereck paraguay/brasilien/argentinien um die wasserfälle von iguassu zu besuchen – ein touristisches muss in südamerika.Es war auch ein geniales erlebnis: wir besichtigten die brasilianische seite und sahen die tosenden wassermassen von unten; auf der argentinischen seite ist touristisch einiges gegangen seit meinem (esthers) letzten besuch vor einigen jahren. Mit einem touristenbähnli fährt man zu den verschiedenen passarellen, von denen aus man tollste ausblicke auf die fälle geniesst. Hie und da von einer willkommenen dusche beglückt – es war nämlich weit über 30 grad bei über 95% luftfeuchtigkeit. Als abschluss gönnten wir uns einen netten lunch im sheraton mit blick auf die fälle – und air condition!Auch das gigantische wasserkraftwerk von itaipu besuchten wir und waren von den leistungen der superlative beeindruckt. Man stelle sich vor, ein einziger der 18 generatoren liefert strom für 1,5 mio menschen. Der überlauf des stausees bildete einen wasserfall der eigenen klasse.

Wie würde da ein echter Ire sagen: "not too bad" (anm. d. Red.)
Keine passenden Reifen in Sicht
Da wir immer noch keine reifen gefunden hatten, die unserenbedürfnissen entsprachen, entschlossen wir uns in ciudad del esteeinen pirelli scorpion montieren zu lassen – quasi als notlösung. Diealten goodrich verkauften wir allerdings noch.... es ist in ganzsüdamerika unmöglich einen reifen der dimension 255/85 r16 zu kaufengleich welcher marke obwohl diese grösse am meisten bodenfreiheitbietet, wir verstehen das nicht ganz.
Flucht vor den Mücken
Nun bereisten wir die nordostecke argentiniens, die provinz misiones.Dort besuchten wir im tropischen regenwald den nationalpark und denwasserfall von moconà. Das spezielle ist, dass der fluss auf einerlänge von 2,2 km seitlich etwa 12 m abkippt – in einen bis 120 mtiefen graben, der aber mit wasser gefüllt ist. Der fluss bildet diegrenze zu brasilien. Wir fuhren in einem zodiac-schlauchboot denfällen entlang und genossen dieses sehr spezielle spektakel. Nebstvielen bunten, seltenen schmetterlingen wurden wir in dem nationalparkvon moskitos heimgesucht wie selten, kein mittel half mehr und soverliessen wir ihn fluchtartig über den rauhen track.Der weg führte uns durch das fruchtbare misiones mit seinen yerba-mate (in diesenländern sieht man die meisten leute dauernd ausgerüstet mit einemthermoskrug und einer kalabassentasse mit mate-tee der durch einsilbernes röhrchen geschlüft wird) und tabakpflanzungen durchüppigstes grün. Leider sahen wir auch wie viel schaden die intensiveforstwirtschaft schon angerichtet hat.
Masssitze sind nicht das Mass aller Dinge
In posadas/argentinien stockten wir unsere vorräte auf und liessenendlich mal unsere autositze aufpolstern – unser ewig leidiges thema,hatten wir doch mit diesen tollen massitzen von anfang an nurprobleme. Nun sitzen wir wieder etwas besser.Bei strömendem regen – wie an weihnachten – überquerten wir wieder diegrenze nach encarnacion/paraguay. Und am nächsten morgen erwartete uns ein leckerbissen: wir besuchtendie sanft renovierten ruinen der jesuitenreduktion (die verstreutlebenden indianer wurden von den jesuiten vor allem im 18./19. jh. ineigenen siedlungen zusammengezogen=reduziert, und dort ausgebildet,teilweise auch an waffen, aber nicht zur selbständigkeit angehalten)von trinidad. Wir waren beeindruckt von den baulichen leistungen undder immer noch viel schönheit ausstrahlenden anlage!
Besuch in deutscher Siedlung
Danach lernten wir im deutschen siedlungsgebiet von hohenau ruben undseine familie kennen, die dort eine sehr gepflegte freizeitanlagehaben – es gefiel uns so gut und wir wurden so toll betreut, dass wirgleich ein paar tage im parque manantial campierten. Auch besuchtenwir eine mate-tee abpackzentrale und lernten so endlich viel überdieses in weiten teilen südamerikas so geschätzte getränk.Durchs recht flache sehr grüne und fruchtbare südparaguay reisten wirwieder nach villarica/colonia independencia. Leider hatten wir keinegute karte (das material das verkauft wird ist einmal mehr völligunbrauchbar) und verfransten uns bei unseren querfeldeinfahrten in densojaplantagen...
Spanferkel mit alten Freunde
nIn independencia trafen wir unsere alten freunde und brieten wiederein feines spanferkel. Es war einmal mehr eine herrliche zeit und wirdanken allen für die gastfreundschaft!Invasion der AmeisenRichtung chaco gings weiter. Wir übernachteten in concepcion (derältesten stadt paraguays mit immer noch sehr schönen kolonialbauten)in grösster hitze hinter einer hotelbaustelle wo uns über nachtmillionen von ameisen heimsuchten, denen wir schlussendlich nur nochmit gift den garaus machen konnten. Es war auch wirklich lästig: beimschlafen krabbelten sie unsere beine hoch. Den wasseranschlussbelagerten sie und sogar in den kühlschrank versuchten sieeinzudringen; das allerdings erfolglos, das war dann definitiv zu kaltfür sie...
Die mennonitenstadt Filadelfia
Durch den sumpfigen, flachen, schwülheissen chaco (nur spinner fahrenden im sommer) gings in die mennonitenstadt filadelfia. Die mennonitenkamen in einwandererwellen von holland/deutschland via russland undteils kanada nach paraguay, weil ihnen die regierung weitgehendeautonomie zusicherte. Dafür durften sie in der abgeschiedenen,unwirtlichen chaco-zone siedeln. Mit unendlichem fleiss und ausdauerbrachten sie es so weit, dass sie heute eine der wichtigstenwirtschaftlichen stützen paraguays sind, mit entsprechendempolitischen einfluss. Sie fallen überall durch ihre helle haut und dieblonden haare auf und sprechen immer noch plattdeutsch – und natürlichauch hochdeutsch. Im cooperativen-supermarkt in filadelfia hört maneigentlich nur deutsch und überall kann man sich mit ihrenhervorragenden würsten, fleischprodukten und gemüsekonserven(sauerkraut, essiggurken etc.) versorgen.
Grösste Sattelmanufaktur Südamerikas und Reifen!
In filadelfia steht auch die grösste sattelmanufaktur südamerikas, die knapp 100 leute produzierenwunderschön verzierte sättel, die vorallem nach deutschland und denusa exportiert werden, 3500 stück pro jahr. Das rohleder wirdallerdings aus argentinien importiert weil die qualität deschaco-leders nicht den anforderungen genügt. Und weil man infiladelfia wirklich alles findet sind wir völlig überraschenderweiseauf 5 goodrich reifen gestossen – fast genau die, die wir seit monatengesucht hatten.Nach schweren diskussionen entschlossen wir uns, inanbetracht der uns erwartenden schwierigen strassenverhältnissen, zuversuchen ob wir einen handel machen könnten. Wir konnten und habenden pirelli gegen den uns doch schon glücklich machenderen goodrichgetauscht!!! Es gibt leute die haben eben einen reifentick. Nun istder reifenbusiness bis auf weiteres vom tisch.....
Reichsdeutsche Exilregierung
Wir lernten auch andere interssante leute kennen z.b. ein mitglied derreichsdeutschen exilregierung, so was gibt's tatsächlich!!!Wir wurden eingeladen bei barbara und fabian – eingewandertenschweizern mit denen sich sehr interessante gespräche über das lebenim chaco ergaben. Lieben dank barbara und fabian!Der Hitze eine Weile entrinnenInfolge der hitze mussten wir uns ein klimatisiertes zimmer leisten,unsere kiste kam auch nachts nicht unter 40° und prompt wurden wir daserstemal richtig krank auf unserer reise, fieber, husten, laufendenase etc. Also weiter richtung bolivianische grenze.Regenfälle hatten viele flüsse über die ufer getrieben und auch die erdstrassen warenteilweise böse verschlammt. Direkt vor einem polizei-kontrollpostenblieben wir stecken – die fahrerseite bis zur türe im schlamm. Luftablassen, untersetzung, differenzialsperre... es reichte nicht.
Hilfreiche Polizei in Paraguai
Doch schon waren die hilfsbereiten polizisten mit spaten zu stelle undbuddelten uns frei. Ein kaltes bier danach mussten wir ihnen völligaufdrängen. Und dabei hat die paraguayische polizei einen soschlechten ruf, dass die overländer schon einen grossen bogen umparaguay machen. sie soll reisende schikanieren und ihnen dauernd undungerechtfertigterweise geld abknöpften.Aus unserer sicht muss gesagt werden: wir wurden in paraguay immer und ohne ausnahme korrekt undfreundlich behandelt, dreimal wurden wir wegen fahrens ohne lichtangehalten (abblendlicht sei vorschrift – was allerdings als gesetznoch nicht ratifiziert ist), höflich darauf aufmerksam gemacht und mitbesten wünschen – nach anhörung unserer geschichtchen – zurweiterfahrt mit licht aufgefordert.
Yusssf bockt
Jedenfalls hatten wir nach diesem ausrutscher in den dreck eine solcheunwucht in den rädern, wegen dem vielen festgepappten schlamm, dassyussuf nur noch bockte; so mussten wir räder demontieren um kiloweisedreck abzukratzen, der hart wird wie beton. Das alles bei enormerhitze und ziemlich krank.Danach gings flott weiter bis zu einersperre die wir wiederum durch dreck umfuhren um danach zu hören, dasseigentlich die strasse wegen den vorangegangenen regenfällen gesperrtsei. Drei busse wurden blockiert, tagelang, die armen reisendenkonnten wir unter den bussen entdecken, ein bisschen kühlung suchend.Da wird für sehr wenig geld ein haufen abenteuer geboten. Na ja wirwurden weitergelassen und kamen nach vielen kontrollen und dengrenzformalitäten nach bolivien.
Bergstrasse fordern uns heraus
Gerade vor dem einnachten erreichten wir villamontes und leisteten unswieder ein zimmer im besten haus am platz. Wir waren so kaputt undfürchterlich erkältet. Da es immer noch sehr heiss war – wir warenimmer noch im „flachland", und es ist ja hochsommer d.h. feucht undheiss – beschlossen wir, die ersten bergketten richtung hochland inangriff zu nehmen und uns irgendwo bei etwa 3000 müM zuakklimatisieren. Gesagt getan, so 300 km sollten ja locker in ein paarstunden zu schaffen sein... wir hatten aber noch keine ahnung vonbolivianischen bergstrassenverhältnissen...
Wracks entlang gefährlicher Bergstrasse
Es ging rauf und runter, jeder hügelzug war höher als der letzte. Dieenge, einspurige erdstrasse ging niemals auch nur 100 m geradeaus. Derverkehr – auch an grossen bussen und lastern war sehr stark. Dieschluchten wurden immer tiefer und die abgründe immer höllischer. Amstrassenrand standen viele kreuze – wenn man die abgründerunterschaute erblickte man die wracks. Immer musste man mitgegenverkehr rechnen. Die meisten chauffeure fahren sehrrücksichtsvoll und defensiv. Mit vereinzelten kamikaze piloten istaber zu rechnen.
Übernachtung auf Fussballplatz
Nach dem ersten tag beschlossen wir auf halber strecke nach tarija zuübernachten. Wir durften in einem kleinen dorf durchs flussbett aufden fussballplatz fahren. Dort kochten wir uns nervennahrung d.h.wunderbare teigwaren die wir den schweizern rené und fabian ausasuncion abgekauft hatten! Absolut globus-delikatessa würdig! (Bekanntestes Delikatessengeschäft in Zürich a.d.Red.).Am nächsten tag erreichten wir dann am nachmittag doch noch tarija, ineinem fruchtbaren tal auf fast 2000 müM gelegen. Während der folgenden3 tage grippten wir vor uns hin und verschliefen sogar denkarnevalsumzug der auch für uns völlig unüblich morgens um 9 uhrbeginnt. Bei einem stadtbummel im historischen kern des hübschenstädtchens bekamen wir doch noch etwas vom bunten treiben mit.In tarija wird übrigens sogar wein angebaut und im moment isttraubenernte! Auch unvergoren schmecken sie herrlich!
Kreuze, fette Kühe und karge Äcker
Nun schon leicht an die verhältnisse gewöhnt nahmen wir weiterebergkettentraversierungen in angriff, schauten in tiefe schluchten,jedoch nie unter kreuze am wegrand... wunderten uns über fette küheund karge äcker (z.b. mais, hülsenfrüchte und knöterichgewächse) auffast 4000 müM. Endlich sahen wir wieder lamas und unendlich vieleesel, ziegen und schafe.Die indigene landbevölkerung ist ebenfalls recht exotisch für uns: bunt angezogene, kleine vom harten bergleben geprägte menschen. Die frauen mit langen pechschwarzen zöpfen undhübschen hüten – immer einen faltenrock und viele unterröcke über denbreiten hüften, irgendwie wirken sie sehr quadratisch. Anstatt inrucksäcke packt man seine sachen in ein buntes tragtuch. Die männerimmer mit dicken backen am cocablätter kauen – gut für den kreislaufin der höhe und hungerdämpfend.
Entland reissender Bäche nach Tupiza
Und gestern abend kamen wir durch wilde quebradas (schluchten),entlang an reissenden bächen (nach dem momentan üblichen regen), durchfarbige gesteinsformationen bizarrster art ins hübsche städtchentupiza – und hier werden wir uns im garten einer ziemlich zerfallenenhotelanlage ans hochlandleben gewöhnen! Es ist ruhig, mild, angenehm –und wir denken an euch!In diesem sinne grüssen herzlich aus den bergen boliviensEsther und hanspeterLeider hat unser compi den geist aufgegeben, daher ist bis aufweiteres nicht mehr mit bildern zu rechnen. Esther wird das problem imsommer in der schweiz loesen. (Angebote werden dankend entgegengenommen. A. d. Red.). |