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Esther Tobler und Hanspeter Schweizer unterwegs mit Yussuf

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Colonia del Independencia PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Esther und Hanspeter   
Freitag, den 05. Januar 2007 um 00:00 Uhr

Colonia del independencia bei villarica/paraguay, 5. Januar 2007


Liebe verwandte, freunde und bekannte
wir wünschen euch ein glückliches und gesundes neues jahr!

Wir hoffen, dass ihr die feiertage gut überstanden habt und voller tatendrang ins 2007 gerutscht seid.

Wir haben den wechsel schön und ruhig in paraguay verbracht – vorher haben wir noch einiges erlebt,
und davon wollen wir euch erzählen.

Von uruguay sind wir durch die nordostprovinzen argentiniens (entre rios – mit bei reisenden sehr berüchtigten polizeikontrollen; und corrientes) gefahren. Es war ganz schön heiss – ein richtig feuchtes subtropenklima – daran gewöhnen wir uns schon langsam. Wir wollten das sumpf- feuchtgebiet von ibèra besuchen.

Bei der fahrt aus dem ort merdedes kreuzten wir einen toyota mit
zürcher nummernschildern – natürlich hielten wir an und lernten
brigitta und paul kennen. So fuhren wir nochmals zurück in den ort um
einen schwatz zu halten. Hoffentlich treffen wir sie mal wieder!
Ein tolles naturerlebnis erwartete uns danach. Die artenvielfalt im
ibèra soll ja noch grösser sein als im brasilianischen pantanal!

Wir sahen die putzigen carpinchos (wasserschweine), alligatoren,
verschiedenste vögel – und viele insekten... auf einer lagune genossen
wir eine bootsfahrt bei sonnenuntergang zu schwimmenden inseln. Dieses
naturphänomen musste ausprobiert werden und auf weichem, schwankendem
boden spazierten wir.

hie und da ging ein gewaltiger tropenregen nieder. Entsprechend waren
dann die lateritpisten – schon die fahrt aus dem feuchtgebiet war eine
gewaltige schlammschlacht. Glücklich gelangten wir aber in posadas – der grenzstadt zu paraguay – an.
Wir fanden dort unterkunft auf einem schönen plätzchen mit schwimmbad
und allem drum und dran, und wir lernten den hoch interessanten
besitzer und kunstsammler kennen. Sein gut verstecktes haus entpuppte
sich als das groesste museum das wir je in südamerika gesehen hatten,
seine sammlungen umfassten nicht nur einige hundert bilder; auch die
alten blechspielzeuge waren feinmechanische wunderwerke die alle
funktionierten. Seine gastfreundschaft und die hochinteressanten
gespräche über kunstsammler, kopisten und das erkennen von kopien
werden wir nicht so schnell vergessen, wir hatten das glück einmal an
einen der raren experten zu gelangen.

Weihnachten im Lieblingsrestaurant des Zollchefs
An heiligabend brachten wir wieder einmal grenzformalitäten hinter uns
– wir müssen ja ausser den persönlichen einreiseformalitäten auch
immer noch die zollformulare für yussuf ausstellen lassen. Da die
grenze bei posadas/encarnacion offenbar nicht sehr oft von ausländern
passiert wird, dauerte die prozedur doch etwas länger, ist aber sehr
angenehm abgewickelt worden. Im lieblingslokal des zollchefs
genehmigten wir uns dann das weihnachtsessen – es war churrascaria
nach brasilianischer art mit riesigem beilagenbuffet (wäre durchaus
auch für vegetarier ein erlebnis) und grossen fleischspiessen mit
verschiedensten delikatessen an einem offenen grill. Davon kann man
sich nach lust und laune abschneiden lassen...

Fahren in knietiefem Lehm
Wir beschlossen, trotz heftigem regen die ungeteerte strasse richtung
norden in angriff zu nehmen – ist die nummer 8 doch die kürzeste
süd-nordverbindung, wenigstens distanzmässig. Wir fanden auch einen
schönen übernachtungsplatz und fuhren am weihnachtstag weiter. Es fing
wieder so stark zu regnen an, dass man teilweise anhalten musste, da
man den track nicht mehr sah. Wir hatten jetzt die schöne rote erde
die sich langsam in knietiefen, schlüpfrigen lehm verwandelte.

Yussuf bewährt sich im harten Einsatz
Mehrmals zogen wir allradfahrzeuge aus dem graben – yussuf hat sich
also wieder prima bewährt. Wir stiegen nicht aus sondern boten unsere
abschlepphaken hinten oder vorne an. Gegen abend langten wir im dorf
yegros an, bei der kleinen tankstelle konnten wir endlich wieder
einmal auf festem boden aussteigen, und beschlossen gleich dort zu
nächtigen. Viele freundliche dorfbewohner besuchten uns auf einen
schwatz. Unterdessen schien wieder die sonne und bei risotto und
champagner feierten wir weihnachten. Beim abschied am nächsten morgen
bedankte sich der tankstellenbesitzer für unser vertrauen, bei ihm
campiert zu haben.

Schlussendlich kamen wir via villarica – da wurde yussuf einer
gründlichen wäsche unterzogen und wir waren einige kilo erde leichter
– nach colonia independencia. Hier waren wir ja mit freunden
verabredet, die uns zu ihrer hochzeit eingeladen hatten. Wir stellten
uns in die schöne hotelanlage mit den sehr gastfreundlichen besitzern
– und da sind wir immer noch.

In der gegend herrscht ein sehr heisses, feuchtes subtropisches klima,
es ist üppig grün und leicht hügelig. Es ist auch einer der teile
paraguays mit grosser europäischer – vor allem deutscher und
deutschstämmiger bevölkerung. Es sind auch viele neu-einwanderer hier.
Wir werden aber weiterreisen...

Yussuf als promineter Gast kriegt Gitarrenständchen
Dann fand als grossereignis die hochzeit im dorf der braut statt. Wir
waren schon am vorabend zur „despedida della novia" (verabschiedung
der braut eingeladen) eingeladen. Yussuf wurde prominent am rande des
festplatzes auf dem grundstück der familienchefin und grossmutter
plaziert. Wir wurden als ehrengäste behandelt, es wurde uns eine
„serenata" – ein gitarrenständchen mit wunderschönen paraguayschen
liedern - gegeben. ...und alle schauten uns neugierig zu, ob uns die
traditionelle – für uns doch etwas gewöhnungsbedürftige -
innereiensuppe auch schmecke... am morgen waren nämlich schon zwei
kühe geschlachtet worden.

Rosa Kleid und Glücksferkel
Am nächsten tag beobachteten wir die hochzeitsvorbereitungen – es
wurden 500 gäste erwartet. Als am mittag wieder ein heftiges gewitter
niederging wurden wir schon alle etwas nervös. Aber gegen abend
trocknete es wieder ab, die glut in einem langen erdgraben war perfekt
und das fleisch wurde auf spiessen gebraten (die fotos zeigen dem
geneigten leser wie es war). Das brautpaar im perfekten outfit (rosa
im langen weissen kleid und harry in anzug und krawatte!) begrüsste
die gäste - und für das in europa typische glücksferkel sorgten wir.
Selbstverständlich spielte lautstarke musik zum tanze auf – da mussten
wir natürlich dann auch mal eine runde drehen!

Die hochzeit im paraguayschen dorf war ein tolles, interessantes
erlebnis, die gastfreundschaft die uns entgegengebracht wurde war
beeindruckend – es hat uns gefallen! Vielen dank ans brautpaar und die
ganze familie!

Nun sind wir wieder in der schönen hotelanlage mit pool (esther kann
wieder mal ausgiebig schwimmen) oberhalb eines flüsschens. Da haben
wir dann am neujahr nochmals ein gigantisches fest erlebt: den ganzen
tag disco – 2000 leute, sehr diszipliniert trotz viel bier - aber mit
viel polizeipräsenz. Jedenfalls wurde das neue jahr mit jubel
gefeiert!.

Yussuf braucht neue Reifen
Wir bleiben noch ein paar tage hier. Wir brauchen neue reifen, unsere
wunschdimension müsste aus deutschland importiert werden – und nun
werden wir wohl etwas einfacher erhältliches evaluieren müssen. Das
gehört auch zum reisen!

Wir sitzen hier auf einem geschützten terrässchen, vor uns unter einem
riesigen bambus steht yussuf und seit heute morgen das heisst seit etwa fünf
stunden regnet es wieder in voller stärke. Wenn der guss vorbei ist
wird es schnell wieder heiss und sehr dampfig. Wir denken an alle die
jetzt in europa am frieren sind...

Ab nächster woche werden wir wieder ein wenig reisen, ein paar pläne
haben wir schon und wir werden euch in ein paar wochen davon
berichten!

Wir wünschen unseren freunden in der schweiz viel schnee zum skifahren
und denjenigen die auf reisen sind unfallfreie fahrt – und auf
wiedersehen! Schreibt uns mal!!

Es grüssen euch

Esther und hanspeter

 
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